• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

Für alte DDR-Baukredite Zinsen zurückfordern Verbraucherschutz rät zur Prüfung der Papiere
Pressemitteilung vom 10.04.2003


Wer in der früheren DDR einen Bau- oder Eigenheim-Kredit aufgenommen hatte, kann unter Umständen zu viel gezahlte Zinsen zurückfordern. Darauf macht die Verbraucherzentrale Sachsen (VZS) aufmerksam. Sie verweist dabei auf einen aktuellen Schlichterspruch des Ombudsmannes der Volks- und Raiffeisenbanken.

Wie die Verbraucherschützer erläutern, waren bei DDR-Baukrediten einst nur sehr geringe oder gar keine Zinsen fällig. Nach der Vereinigung wurden die Kreditverträge 1991 jedoch angepasst. Dies bedeutete für viele Baufinanzierer-Ost, dass ihre Zinsen mit einem Schlag auf etwa neun Prozent angehoben wurden – dem damals aktuellen Zinssatz für variable Kredite. Variabel bedeutet, dass dieser Zinssatz nicht für eine bestimmte Zeit festgeschrieben ist.

Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, die Kreditkonditionen für fünf oder zehn Jahre festzulegen. Dies aber war im Zins-Hoch von 1990/91 nicht angesagt. Die Kreditkunden haben also „nach dem ersten Schreck geschluckt“ und die höheren Kreditraten bedient, wie Andrea Hoffmann, die Referatsleiterin für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Sachsen, weiß.

Doch nach 1991 gab es eine Reihe von Zinssenkungen, die an die „variabel“ finanzierenden Kunden hätten weitergegeben werden müssen – doch in der Praxis blieb es oft bei den alten Neun-Prozent-Konditionen, kritisieren die Verbraucherschützer: Betroffene haben über Jahre zu viel Geld zurückgezahlt, auf das sie nun einen Rückerstattungsanspruch hätten.

„Mehrere Verbraucher haben ihre Ansprüche bereits in der Vergangenheit gegenüber den Geldhäusern geltend gemacht“, teilte die sächsische Verbraucherzentrale mit. Sie mussten dabei oft die Erfahrung machen, dass die Kreditinstitute sich häufig gegen eine Rückerstattung sträubten. Nicht selten sei es dabei um mehrere tausend Euro gegangen. Nach dem neuen Schlichterspruch des Ombudsmannes der Volks- und Raiffeisenbanken dürfte die Durchsetzung der Ansprüche nun wesentlich einfacher werden, meinen die Verbraucherschützer. „Verbraucher, die bisher die Auseinandersetzung mit dem Kreditinstitut scheuten oder die über die Rechtslage bis heute nicht informiert waren, sollten jetzt ihre alten Verträge überprüfen lassen“, raten die Verbraucherschützer.

Selbst wenn der Kredit bereits vollständig zurückgezahlt wurde, sei es dafür nicht zu spät, da der Rückzahlungsanspruch noch nicht verjährt sei. „Wichtig für die Überprüfung ist jedoch, dass die Kreditunterlagen noch vollständig vorhanden sind“, hieß es. Die Verbraucherzentrale Sachsen bietet für 80 Euro eine rechnerische Einzelfall-Überprüfung an. „Bei uns klingeln die Telefone heiß“, sagt Andrea Hoffmann – montags bis freitags von 9 bis 16 Uhr unter 01805/797 777 (0,12 Euro pro Minute).

zurück