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Jagd-Schloss Glienicke abgebrannt Schloss war Ort vertraulicher Gespräche zwischen DBV und VdgB
Pressemitteilung vom 10.04.2003


Potsdam. Das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Berliner Jagdschloss Glienicke ist bei einem Großbrand schwer beschädigt worden. Die Feuerwehr teilte mit, dass nur Teile des Barockschlosses gerettet werden konnten. Das Feuer sei am 31. März Nachmittags im Dachgeschoss entdeckt worden. Es habe in kurzer Zeit den gesamten Dachstuhl erfasst und komplett zerstört. Der Sachschaden soll sich auf mehrere Millionen Euro belaufen. Die Brandursache war zunächst unklar: Laut Polizei könnte das Feuer möglicherweise durch Unachtsamkeit bei Bauarbeiten ausgelöst worden sein.

Das Jagdschloss Glienicke ist Teil des historischen Schlösserdreiecks unweit der Glienicker Brücke. Dort befinden sich in Sichtweite neben dem Jagdschloss noch das Berliner Schloss Glienicke sowie das Babelsberger Schloss in Potsdam. Alle drei Schlösser gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe der preußischen Schlösser und Gärten. Das zwischen 1663 und 1684 erbaute Jagdschloss am Griebnitzsee gilt als eine Keimzelle für die preußische Schlösserlandschaft an den Ufern der Havel aus der Zeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm.

Zu DDR-Zeiten war Jagdschloss Glienicke Gästehaus der DDR-Staatsführung. Wie eng die Verbindungen des Deutschen Bauernverbandes (DBV) und seines damaligen Präsidenten Freiherr Heereman und Dr. Born (damals Sekretär von Heereman, heute DBV-Generalsekretär) zur SED-Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB) war, zeigten die vielen Besuche der DBV-Oberen im Jagdschloss Glienicke, besonders nach Honeckers Staatsbesuch 1987 bei Kohl in Bonn. Die Gerüchte wollen nicht verstummen, dass Baron Heereman selbst Opfer einer Stasi-Erpressung geworden ist. Genährt werden diese Spekulationen durch eine 1992 ausgestrahlte Landfunksendung des damaligen Rias Berlin. Der für seine LPG-Nähe bekannte Journalist Martin Irion interviewte den letzten VdgB-Vorsitzenden der DDR und ZK-Mitglied Fritz Dahlmann aus dem mecklenburgischen Priborn. Dessen Schilderung der Heereman-Besuche in der DDR von vor 1989 und gemeinsamer feucht-fröhlicher Jagden entbehrten nicht der Pikanterie. Die Sendung lief unter dem Titel „Politiker und Bauern“. Die LANDPOST druckte das Interview damals ab.

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