• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
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Der Pflug hat ausgedient
Drei Agrar-Fabriken vor der Liquidation
Sächsische Landwirte verpflichten sich zum ökologischen Wirtschaften
Pressemitteilung vom 12.04.2001


LVZ. Der Pflug hat ausgedient in der Camp´schen Gutsverwaltung GbR Littdorf bei Döbeln. Schon seit zehn Jahren brechen die Landwirte ihren Boden nicht mehr mit schwerem Gerät um. Stattdessen sind sie umgestiegen auf Mulchsaat. Das heißt, Stroh und Mulch bleiben auf den Feldern liegen. Bearbeitet wird der Boden mit einem Flachgrubber und einer speziellen Sämaschine. Durchweg gute Erfahrungen hat Landwirt Heinz Schönleber (Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Landwirte und Präsidiumsmitglied des VDL Sachsen) mit diesem Verfahren gemacht, mit dem der Betrieb sogar auf der Expo war. Nicht nur, dass viel mehr Regenwürmer und Bodenorganismen in den Camp´schen Feldern zu finden sind; vor allem haben die Bauern die Erosion gestoppt.
„Der Lößboden in unserer Gegend ist anfällig für Abschwemmungen“, sagt Heinz Schönleber. „Dank der Mulchsaat behalten wir den wertvollen Mutterboden auf den Feldern“. Obendrein speichert der Boden das Wasser in trockenen Zeiten besser, wenn er von Stroh- und Mulch bedeckt ist. Winterweizen, Zuckerrüben, Futtergetreide, Raps und Körnermais baut die Camp´sche Gutsverwaltung auf 100 ha an. Mit angepasster Fruchtfolge und speziell auf Bodenverhältnisse abgestimmter Düngung schont der Betrieb seinen Boden und die Umwelt. „Wenn man´s richtig macht, hat man sogar höhere Erträge und spart Kosten“, sagt der 35-jährige Bauer. Am vergangenen Sonnabend wurde sein Betrieb mit 11 anderen von Sachsens Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) in die Sächsische Umweltallianz für Land- und Forstwirtschaft aufgenommen.

Rege Nachfrage nach Direktvermarktung
Damit sind dann 126 Betriebe bestätigte Mitglieder dieser Allianz. 40 weitere Anträge liegen vor. Die Landwirtschaftsbetriebe der Umweltallianz verpflichten sich je nach ihrem Produktionsprofil unter anderem, auf Pflanzenschutzmittel zu verzichten oder die Bodenerosion zu verringern. „Durch BSE und Maul- und Klauenseuche ist die Landwirtschaft in Zwielicht geraten“, Sagt Heinz Schönleber. „Wir wollen dem Verbraucher zeigen, dass wir schon aus eigenem Interesse darauf bedacht sind, gesund und ökologisch zu produzieren. Deshalb nehmen wir an solchen Umweltprogrammen teil.“ Anlaß für die Aufnahme der neuen Betriebe war der 1. Tag der Direktvermarktung mit Bauernmarkt in Klosterbuch bei Döbeln. Lebensmittel direkt vom Hof würden immer beliebter, sagte der Minister. Während in vielen Breichen der Agrarwirtschaft auf Grund von BSE Erlöseinbußen zu beklagen seien, erfreue sich diese Angebotsform reger Nachfrage. In Sachsen gebe es derzeit etwa 500 Direktvermarkter. 200 seien Mitglied im Verein Direktvermarktung e.V..

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