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VDL-Chef Tanneberger begrüßt Verpachtungsstop der BVVG
BVVG: Freihändiger Verkauf statt erneute Verpachtung
LPG-Nachfolger als Großpächter sind klamm bei Kasse
Pressemitteilung vom 07.04.2005


Das Bundesfinanzministerium lehnt in einer Stellungnahme einen Kurswechsel bei der Priva-tisierung der ehemals volkseigenen land- und forstwirtschaftlichen Flächen ab. Danach bleibt es weiterhin das Hauptziel der Bundesregierung, die Flächen soweit zu verkaufen, wie die Marktlage es zulässt. Eine erneute langfristige Verpachtung der landwirtschaftlichen Flächen lehnt das zuständige Ministerium grundsätzlich ab. Gleichzeitig bemüht man sich jedoch, Lösungen für die Zeit nach 2011 zu entwickeln. Dann läuft nämlich ein Großteil der langfristi-gen Pachtverträge aus. Quelle: (ZMP/AgE)
Wie ddp meldet, sind 15 Jahre nach dem Ende der DDR in Sachsen erst ein Drittel der ehe-mals volkseigenen Acker- und Gründlandflächen verkauft worden. Bis Ende 2004 wechsel-ten rund 36.600 Hektar den Besitzer, wie die Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) am Mittwoch in Leipzig mitteilte. Im vergangenen Jahr wur-den rund 6900 Hektar Acker- und Grünland verkauft, wie der Leiter der sächsischen BVVG-Geschäftsstellen, Erhard Hahn, sagte. Hinzu kamen 6100 Hektar Wald, die die Nachfolge-behörde der ehemaligen Treuhandanstalt privatisiert hat. Insgesamt werden im Freistaat rund 723 000 Hektar Ackerland bewirtschaftet.
Hahn äußerte sich trotz der schwierigen Marktlage optimistisch, daß ungefähr bis 2010 oder spätestens 2015 die Acker- und Grünflächen im Freistaat vollständig privatisiert sind. Haupt-grund sei, daß zahlreiche Pachtverträge in den nächsten Jahren ausliefen und die Landwirte dann endgültig eine Entscheidung treffen müßten, ob sie das Land kaufen wollten oder nicht. Eine erneute, langfristige Verpachtung könne es nach geltenden Gesetzen nicht geben, er-klärte Hahn. Bisher hätten sich die Bauern in Kaufzurückhaltung geübt, weil vor allem das Kapital fehlte und mit Flut und Dürre auch schwierige Jahre hinter ihnen lägen.
Insgesamt wurden in 2004 durch die Verkäufe in Sachsen Erlöse in Höhe von 42,5 Millionen Euro erzielt, wie Hahn weiter erklärte. Rund 28 Millionen davon flossen in den Gesamtüber-schuss der BVVG ein, der bei insgesamt rund 281 Millionen Euro lag. Die Differenz wurde laut BVVG unter anderem für Verwaltungsaufgaben, Gehälter für die rund 120 Mitarbeiter in Sachsen sowie für die Bewirtschaftung der Waldflächen aufgewendet, die auch weiterhin in BVVG-Besitz sind.
VDL-Verbandspräsident Dieter Tanneberger begrüßte den Verpachtungsstop der BVVG. „Endlich werden die Privilegien der LPG-Nachfolger abgeschafft. Seit 1990 sind diese Groß-pächter quasi mit einem Pachtmonopol durch die staatliche Treuhandanstalt/BVVG ausges-tattet worden, was zur Wettbewerbsverzerrung gegenüber den flächenarmen Wiedereinrich-tern geführt hat.“

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