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Der Wahnsinn nimmt seinen Lauf - Immer neue Massentierhaltungen in Nordsachsen

BUND Sachsen: Behörden nehmen Gesundheitsschädigung der Bevölkerung in Kauf Pressemitteilung vom 31.05.2011


Erregte bis gestern nur Pristäblich mit seiner geplanten Hühnermassentierhaltung für 71.000 Tiere auf Kirchengelände die Gemüter von Bevölkerung und Umweltschützern, so ist heute von einer weiteren Mastanlage für 300.000 Hühner im Gewerbegebiet Sprotta-Paschwitz die Rede. Aus Sicht von Hans-Udo Weiland, dem Landesvorsitzenden des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Sachsen hat Landrat Czupalla gemeinsam mit seiner Wirtschaftsförderung offensichtlich nichts Besseres zu tun, als ständig neue industrielle und damit tierquälerische Massentierhaltungen für Nordsachsen zu akquirieren. Dass er damit den Kurstatus von Bad Düben leichtfertig aufs Spiel setzt, den sich gerade entwickelnden Fremden- verkehr im Naturraum Dübener Heide in den Ruin treibt, der Jugend jegliche Zukunftsperspektive für ein lebenswertes Leben nimmt und seine eigene Bevölkerung unkalkulierbaren gesundheitlichen Gefahren aus- setzt, scheint ihn wenig zu interessieren.

Dem BUND Sachsen liegt eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2011 vor, die die Gesundheitsgefährdung der Menschen im Umkreis von Geflügelmastanlagen in Intensivhaltung beweist. Darin heißt es zusammenfassend:

In der Stallluft von Geflügelmastanlagen liegt eine massive Konzentration von Bioaerosolen, Biotoxinen und Keimen vor. Diese werden, abhängig von meteorologischen Einflüssen wie Windrichtung und Windgeschwindigkeit, mehr als 500 Meter außerhalb des Maststalles verbreitet.

Biotoxine werden mit ausgebrachtem Kot großflächig verteilt und stellen wegen ihres langen Überdauerns in der Umgebung eine erhebliche Gefahr für die Entwicklung von Atemwegserkrankungen dar. Sie sind eine noch größere Gefahr für bereits an Atemwegserkrankungen leidende Menschen.

Keime, die zum Teil antibiotikaresistent sind, werden beim Transport der gemästeten Tiere in die Umgebung freigesetzt und können dort krankheitsauslösend wirken.

Die Gesundheitsgefährdung für in der Nähe von Mastanlagen lebende Menschen ergibt sich aus vorliegenden epidemiologischen Studien. Gleiches gilt für landwirtschaftliches Personal in der Intensivtierhaltung.

Der Antibiotikaverbrauch in der Intensivtierhaltung ist in den vergangenen Jahren gestiegen mit der Folge einer humanmedizinisch hochproblematischen Resistenzentwicklung bei Bakterien, insbesondere MRSA.

Eine solche Anlage bedeutet das Aus für das Naherholungsgebiet Kiessee, schädigt die Gesundheit der Bewohner von Sprotta und Sprotta-Siedlung, entwertet ihre Häuser und Grundstücke, vernichtet Arbeitsplätze in der Region und vergeudet wieder einmal staatliche Steuergelder in Form von Subventionen.

Wann begreifen die bislang beratungsresistenten Politiker Landwirtschaftsminister Kupfer und Landrat Czupalla endlich, dass sie mit ihrer Politik der Bevölkerung mehr schaden als nützen. Was haben sie davon, immer neue Massentierhaltungen mit Unmengen von Gülle und Luftschadstoffen ins Land zu holen und den hier lebenden Menschen Natur und Gesundheit zu zerstören. Wie Kupfer und Czupalla als Christen diese Tierquälerei vor sich selbst rechtfertigen, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben.

Quelle: BUND Sachsen e.V.

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