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UNO fordert gerechtere Wasser-Verteilung
Wasser wird aber nicht als Grundrecht verankert
Pressemitteilung vom 10.03.2006


UN-Generalsekretär Annan hat die mangelhafte Versorgung der Weltbevölkerung mit sauberem Wasser kritisiert. Der künftige Chef des UN-Umweltprogramms sprach sich für ein Grundrecht auf Wasser aus. UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die internationale Gemeinschaft zu einer gerechteren Verteilung der weltweiten Wasservorräte aufgerufen. Im Vorfeld des Weltwassertages kritisierte er in New York, dass noch immer viel Wasser verschwendet werde, obwohl 18 Prozent der Weltbevölkerung keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser hätten.

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef forderte mehr Geld für die Wasserversorgung der ärmsten Menschen. «Jeden Tag sterben weltweit 4500 Kinder, weil sie verschmutztes Wasser getrunken haben», hieß es in dem Aufruf, den Unicef zum IV. Weltwasserforums in Mexiko veröffentlichte. Das UN-Ziel, den Wassermangel bis 2015 zu halbieren, sei in Afrika und Asien nur schwer zu erreichen.

Der designierte Chef des UN-Umweltprogramms Unep, Achim Steiner, warnte vor einer steigenden Zahl von Wasserflüchtlingen – vor allem in Afrika. «Wenn wir uns nicht dort solidarisch engagieren, wo es zu wenig Wasser gibt, dann wird es in den nächsten Jahren zu Katastrophen kommen», sagte er in Mexiko-Stadt. Die Zahl der Wasserflüchtlinge werde zunehmen, und ganze Bevölkerungsgruppen könnten vertrieben werden. Steiner sprach sich dafür aus, das Grundrecht auf Wasser gesetzlich festzuschreiben. Wasser sei ein Gemeingut und könne nicht mehr als Privatgut behandelt werden. Steiner ist bis zu seinem offiziellen Amtsantritt bei der Uno Generaldirektor der in der Schweiz beheimateten Weltnaturschutzunion IUCN.

Wasser wird aber nicht als Grundrecht verankert
Das IV. Weltwasserforum in Mexiko-Stadt hat den freien Zugang zum Wasser nicht als Grundrecht der Menschheit festgelegt. Das Treffen von Ministern aus über 120 Staaten ging vorigen Mittwoch lediglich mit einem Appell zu Ende, die Bedeutung des Wassers für eine nachhaltige Entwicklung der Welt anzuerkennen. Die Minister vermieden damit in ihrer Abschlusserklärung ausdrücklich, der Grundrechtsforderung nachzugeben. Bolivien verbreitete bei der Konferenz eine alternative Erklärung, in der das Wasser und die Wasserwirtschaft als ein «souveränes Recht» eines jeden Landes bezeichnet werden.

«Die Minister bestätigen die entscheidende Bedeutung des Wassers, vor allem des Süßwassers, für alle Aspekte der nachhaltigen Entwicklung, einschließlich der Beendigung von Armut und Hunger», heißt es in dem Text, über den die Runde seit Dienstag getritten hatte. Sie unterstrichen zudem, an dem bereits vor drei Jahren in Kyoto formulierten Ziel festzuhalten, die Zahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, bis 2015 zu halbieren. Das in Mexiko-Stadt tagende Weltwasserforum wurde vor allem von der Frage bestimmt, ob Wasser ein Wirtschaftsgut oder ob der Zugang zu der Ressource ein Grundrecht sei.

Bolivien und Venezuela hatten bereits am Wochenende damit gedroht, die Ministererklärung nicht zu unterzeichnen, wenn dort nicht eindeutig festgeschrieben sei, dass der Zugang zu sauberem Wasser ein Menschenrecht sei.

In zahlreichen Diskussionsrunden hatten ca. 13.000 Politiker, Wissenschaftler und Fachleute aus allen Teilen der Welt ein düsteres Bild von der Lage rund um die Versorgung der Weltbevölkerung mit Wasser gezeichnet. Allein für Süd- und Südostasien seien Investitionen von 60 Milliarden US-Dollar (49,7 Milliarden Euro) erforderlich, hieß es in einem Thesenpapier des Forums. Für Afrika wurde ein Betrag von 20 Milliarden US-Dollar genannt.

Der Chef des UN-Umweltprogramms UNEP, Klaus Töpfer, rief zu einer sinnvolleren und sparsameren Nutzung der Wasservorräte auf. Im rbb- Inforadio sagte Töpfer, auch in Europa seien Klimaveränderungen und damit eine veränderte Verfügbarkeit von Wasser zu spüren. Die Wüstenbildung im Süden Europas nehme zu. Deshalb seien «neue Techniken zum Wassersparen dringend notwendig und zudem ein großartiges Exportprodukt», sagte Töpfer.

Der in Marseille beheimatete Weltwasserrat organisiert alle drei Jahre ein internationales Forum zum Thema Wasser. Die Foren, bei denen Politiker, Experten und Wissenschaftler nach Lösungen für die sich zuspitzenden Probleme der Wasserversorgung suchen, gelten derzeit als die wichtigsten Veranstaltungen zum Thema.

Quelle: dpa aus Mexiko

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