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Terminator-Saatgut verbieten
Unsäglicher Rundbrief des DBV von Seehofer verschickt
Pressemitteilung vom 23.03.2006


Anläßlich der Verschickung eines unsäglichen Rundbriefes des Bauernverbandes (DBV) durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen:

Der Bauernverband regiert wieder mit und spart Portokosten. Anders können wir die Verschickung des Rundbriefes durch das Ministerium von Horst Seehofer nicht interpretieren. Im Ministerium scheint auch wieder die Ignoranz des Bauernverbandes gegenüber den Befürwortern einer gentechnikfreien Landwirtschaft salonfähig geworden zu sein. In dem Rundbrief, der an Landwirte anlässlich des Aktionstages „Keine Gentechnik“ gerichtet ist, werden Gentechnikgegner als „lästige Demonstranten“ tituliert, die man unter dem Vorwand der Vogelgrippe vom Hofgelände fernhalten könne. Gentechnikgegnern aus der Bauernschaft wird vorgeworfen einen Keil „zwischen die Landwirte“ zu treiben. Wir erwarten vom Ministerium, dass in Zukunft auch Mitteilungen des Naturschutzbundes, von Greenpeace oder anderer Verbände „zur Kenntnis“ verschickt werden. Im Sinne der Fairness kann man das erwarten.
Hinweis: Den Text des DBV-Rundbriefes und die Stellungnahme des BMELV finden Sie unter www.ulrike-hoefken.de

Terminator-Saatgut verbieten
Zu der 8. Vertragsstaatenkonferenz zur Konvention über die Biologische Vielfalt (20. - 31. März 2006 in Curitiba, Brasilien) und die Debatte um gentechnisch veränderte Terminator-Pflanzen erklärt Ulrike Höfken, agrar- und verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen:
Die weltweite Ächtung der Terminator-Technologie darf nicht aufgeweicht werden. Wir fordern die Bundesregierung - und vor allem Umweltminister Gabriel - dazu auf, sich bei der laufenden 8. Konferenz der Vertragsstaaten zur Biodiversitätskonferenz Australien, Kanada, Neuseeland in den Weg zu stellen, die das geltende Moratorium kippen wollen. Wir begrüßen, dass sich viele Gruppen wie zum Beispiel das deutsche Bündnis «Freie Saat statt tote Ernte» für ein weltweites und dauerhaftes Verbot der Terminator-Technologie einsetzen und fordern die Regierung auf, sich bei den noch bis Ende März andauernden Verhandlungen in Brasilien für dieses Verbot einsetzen - denn Terminator-Saatgut gefährdet nicht nur die Biodiversität, sondern birgt große soziale Gefahren, weil Bauern weltweit noch stärker als bisher von großen Saatgut-Konzernen abhängig werden. Denn sie können das sterile Gentech-Saatgut nicht mehr aussäen und müssen es jedes Jahr neu nachkaufen.
Terminator-Pflanzen (so genannte GURT-Saatgut; GURT steht für "genetic use restriction technologies") sind gentechnisch so verändert, dass sie - in Kombination mit bestimmten Chemikalien - unfruchtbare Körner bilden.
Wissenschaftlich gibt es eine Vielzahl weiterer Fehlerquellen bei den Funktionsmechanismen der Pflanzen, so dass die ökologischen und gesundheitlichen Risiken durch GURT-Pflanzen nicht abschätzbar sind. Unter anderem besteht - vor allem da die Pollen der Pflanzen nicht steril sind - durch Auskreuzung die Gefahr, dass die Unfruchtbarkeit auf andere Pflanzen übertragen werden kann. Zudem werden große sozioökonomische Risiken für Bauern in der ganzen Welt befürchtet - zum einen durch die Abhängigkeit von Saatgutkonzernen durch den erzwungen Nachkauf von Saatgut, zum anderen wird befürchtet, dass die Ausbreitung von Terminator-Genen auf Nachbarfelder oder auch das mutwillige
Vertauschen von normalem mit sterilem Saatgut Kleinbauern in den Ruin treiben kann. Es sind vor allem die Gentechnik-Konzerne Monsanto, BASF, Syngenta und Dupont, die auf die Terminator-Technologie setzen und inzwischen zahlreiche Patente darauf angemeldet haben.

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