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Dieter Tanneberger in 60 x Deutschland in der ARD
Pressemitteilung vom 19.03.2009


1960 Ton-Terror gegen Max Richter, Forchheim
Ulbricht will nur noch staatliche Landwirtschaft
1958 plant die DDR, die Landwirtschaft komplett zu verstaatlichen. Staatsratsvorsitzender Walter Ulbricht setzt auf dem 5. Parteitag der SED die Vorgabe, dass “die Überlegenheit unserer Gesellschaftsordnung” erwiesen werde und “infolgedessen der Pro-Kopf-Verbrauch unserer werktätigen Bevölkerung [...] den Pro-Kopf-Verbrauch in Westdeutschland” übertreffen solle. Dieses Wachstum soll mit dem “Aufbau des Sozialismus” einhergehen und bis Ende 1961 abgeschlossen sein.

In der Folge verlieren immer mehr privatwirtschaftlich organisierte Handwerks- oder Handelsbetriebe ihre Selbständigkeit. Noch folgenschwerer ist die nun weiter verstärkte Kollektivierung der Landwirtschaft. Die Bodenreform von 1945 hatte die Großbetriebe verschwinden lassen. Nun will die SED-Führung auch noch die verbliebenen kleinen und mittleren Bauernhöfe in die Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) zwingen. Immerhin werden 1958 noch 62 Prozent des Bodens von Einzelbauern bestellt.

Massiver propagandistischer und psychologischer Druck sollen vermeintlich Widerspenstige “überzeugen”, in schwierigen Fällen bleibt noch die Drohung mit Zuchthausstrafen, die oft genug auch durchgesetzt wird. Viele Landbewohner fliehen in den Westen, so dass die Produktion leidet und die Versorgungslage sich weiter verschlechtert. 1960 folgt ein weiterer, noch schärferer Kollektivierungsschub und verringert den Anteil der Privatbetriebe am Boden auf sieben Prozent.

Der Mais, der Mais, das ist die Wurst am Stengel
Chruschtschow kommt - und wirbt für Mais
Zum 5. Parteitag der SED reist der Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), Nikita Chruschtschow, nach Ost-Berlin. Er verspricht die Hilfe der UdSSR beim Ausbau der ostdeutschen Wirtschaft. Angesichts der unmittelbaren Konkurrenz zum marktwirtschaftlichen Westen erscheint dies als besonders dringlich. “Wir werden ohne Krieg den Kapitalismus mit unserer friedlichen Arbeit besiegen”, so Chruschtschow. Die “friedliche Arbeit” in der DDR sollte besonders durch die Lieferung von Lebensmitteln und Konsumgütern gefördert werden. Dem entspricht, dass der SED-Parteitag die Angleichung des Lebensstandards als zentrales Ziel der nächsten Jahre gesetzt hatte.

Diesem Ziel soll auch der verstärkte Anbau von Mais dienen, für den Chruschtschow in mehreren ostdeutschen Landwirtschaftsbetrieben höchstpersönlich wirbt. Seine Begeisterung für Mais ist so groß, das ihn die Russen auch “Kukurusnik”, also Maisling nennen. Mais, für Chruschtschow die “Wurst am Stängel”, ist unter den richtigen Bedingungen eine sehr ertragreiche Ackerfrucht und soll nun die Engpässe in der Getreideversorgung des Ostblocks beseitigen. Der politisch erzwungene Anbau auf ungeeigneten Flächen führt jedoch zu Ernteausfällen und trägt Anfang der sechziger Jahre zu den schweren Missernten in der Sowjetunion bei.

Beide Berichte sind nachzuhören und zu sehen unter www.60xdeutschland.de


20 Jahre Mauerfall – zur Gründung des VDL Sachsen e.V. Die Jahre 1990/91
Im Februar 1990 war in der Freien Presse eine kleine Anzeige erschienen, in der LPG- Bauern aus dem Vogtland austrittswillige Bauern aus ganz Sachsen aufgerufen hatten, sich als freie Landwirte zu organisieren, um wieder zu ihrem Eigentum und zu ihrer Selbständigkeit zu kommen.

Im Laufe des Frühjahrs 1990 traf man sich in großen Versammlungen: in Lommatzsch in der Kirche, im Tivoli zu Freiberg, man traf sich in Burgstädt und Döbeln zahlreich und in Olbernhau waren es gar 700 LPG-Bauern. Die Treffen waren erfüllt von großer Aufbruchstimmung, jedoch blieben sie vorerst ohne Struktur und Führung. Dieter Tanneberger verstand es aber eine effektive Organisation zu gründen, damit der revolutionäre Aufbruch nicht in Resignation und Depression endete und die zwangskollektivierten Bauern erneut Opfer von CDU/DBD Blockflöten und VdgB-Funktionären würden. Ein eigenständiger Verband mußte organisiert werden. Der Verband der privaten Landwirte und Grundeigentümer Sachsen e.V. (VDL) wurde am 26.04.1990 in das Vereinsregister beim Kreisgericht Zwickau-Land als Landesverband eingetragen.

Der neue Verband reagierte auf die Umbenennung der SED-Organisation VdgB (Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe) im thüringischen Suhl. Hier wurde mit Hilfe des westdeutschen DBV unter Freiherr Heereman und Generalsekretär Born versucht, einen „Bauernverband der DDR“ zu gründen. Dieser wurde aber kurze Zeit später durch Volkskammerbeschluß als SED-nahe Organisation aufgelöst und das Millionen-Vermögen der VdgB durch eine Sonderkommission eingezogen.

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