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Internationaler Währungsfonds (IWF) warnt vor Vogelgrippen-Pandemie
Pressemitteilung vom 16.03.2006


Eine Vogelgrippen-Pandemie unter Menschen würde das internationale Finanzsystem erheblich belasten und das Wachstum der Weltwirtschaft womöglich über geraume Zeit dämpfen. Davor warnt der Internationale Währungsfonds (IWF).

Der Fonds ruft Regierungen und Notenbanken dazu auf, in einem solchen Fall die Folgen durch eine vorübergehend expansivere Finanz- und Geldpolitik abzufedern. Die Folgen einer Pandemie für die Weltwirtschaft hingen von einer Reihe von Faktoren ab, heißt es in einer Kurzstudie: wie viele Menschen tatsächlich von dem Virus betroffen wären und stürben, von der Dauer der Pandemie, vom Verhalten der privaten Haushalte und der Unternehmen sowie von der Leistungsfähigkeit der Gesundheitssysteme.

"Auf der Angebotsseite der Wirtschaft würde die Produktion durch den Ausfall einer großen Zahl von Beschäftigten, sei es aufgrund der eigenen Erkrankung, der eines Familienmitglieds oder der Furcht vor Ansteckung empfindlich gestört."

Längerfristige Beeinträchtigung nicht ausgeschlossen
Zu Störungen käme es vermutlich auch im Handel, im Transportwesen, in den elektronischen Zahlungssystemen und in der Versorgungswirtschaft. "Darüber hinaus würden sowohl die Konsumnachfrage als auch die Investitionen spürbar sinken."

Nach Einschätzung der IWF-Ökonomen ist es zwar sehr wahrscheinlich, daß die Konjunktur nach einer überstandenen Pandemie schnell wieder Fahrt aufnimmt. Eine längerfristige Beeinträchtigung der Weltwirtschaft könne aber nicht ausgeschlossen werden. "Der Export könnte unter Beschränkungen leiden, die in der Hoffnung einer Eindämmung des Virus erlassen werden. Auch der Tourismus könnte sich nur langsam von einem Rückschlag erholen."

IWF hält Lockerung der Finanzpolitik für vertretbar
Es sei zu erwarten, daß eine schwere Pandemie auch ihre Spuren im internationalen Finanzsystem hinterlassen würde: Eine Flucht vieler Investoren in vermeintlich sicherere Anlagen und eine steigende Nachfrage nach Bargeld seien wahrscheinlich. "Die Preise von Vermögenswerten würden zumindest vorübergehend sinken, und Unternehmen und Schwellenländer müßten einen höheren Zinsaufschlag am Kapitalmarkt bezahlen", stellt der IWF in Aussicht.

Eine Pandemie würde die öffentlichen Kassen in vielen Ländern belasten, sowohl durch zusätzliche Ausgaben im Gesundheitswesen als auch für die soziale Sicherheit und für Subventionen. "Eine vorübergehende Lockerung der Finanzpolitik wäre in den meisten Fällen vertretbar", findet der IWF. Notenbanken müßten sicherstellen, daß genügend Bargeld vorhanden sei. Liquiditätsengpässen könne etwa durch eine zwischenzeitliche Lockerung von Kapitaldeckungsvorschriften vorgebeugt werden.

Quelle: Pressemitteilung des IWF im Internet

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