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Strenger Winter gefährdet Getreide, Raps und die Bienen
Vegetation um drei Wochen verzögert - Experten uneins bei Problemen für Bienen
Pressemitteilung vom 16.03.2006


Der anhaltende strenge Winter gefährdet Getreide, Raps und auch den beginnenden Bienenflug. Darauf verwies Dieter Tanneberger, Präsident des Verbandes der privaten Landwirte und Grundeigentümer Sachsen (VDL) in einer Pressemitteilung. Für Winterraps, der seit August auf dem Feld steht, sowie für Wintergerste und Winterweizen könnte die kalte Witterung bereits gefährlich geworden sein: In den Niederungen bringt die schon warme Sonne tagsüber den Schnee zum schmelzen, mit Folge, daß die unbedeckten Pflanzen den zu starken Nachtfrösten ausgesetzt sind und erfrieren. In den Mittelgebirgslagen wird es bei den derzeitigen Altschneehöhen von über 1m wohl weiße Ostern geben. Hier besteht auch die Gefahr der Schimmelbildung, weil unter dem Schnee die Vegetation schon beginnt und Getreide bzw. Raps ausfaulen. Schon seit Mitte November liegt auf einem großen Teil der landwirtschaftlichen Anbauflächen in Deutschland eine geschlossene Schneedecke. Diese wirkt zwar an sich positiv, weil sie Pflanzen vor der Kälte schützt.

Die "kritische Marke" von 100 Tagen Schneedecke ist nun aber vielerorts überschritten. Der Anbau von Freilandgemüse ist dadurch nicht möglich, desgleichen die Sommersaaten.

Um den Zeitverlust aufzuholen, müsse schnell mit der Düngung begonnen werden. Es sei mit verspäteten Ernten zu rechnen. Der langanhaltende strenge Winter werde sich auf die Erträge auswirken. Nur wenn der Frühling im April schnell komme und es einen warmen Sommer gibt, werden sich die Ernteverluste in Grenzen halten, so Tanneberger. Die Erfahrung sage, daß auf einen strengen Winter oft ein warmes und sonniges Frühjahr folge. Positiv sei, daß viele Schädlinge dem Frost zum Opfer gefallen sind. Auch viele Larven von Mücken und andere lästigen Insekten werden nicht gut über den Winter gekommen sein. Dagegen ist wieder mit einer Mäuseplage zu rechnen. Der viele Schnee wird den Nagern kaum etwas angetan haben.

Der harte Winter könne auch in den Bienenstöcken zu Futtermangel und Krankheiten geführt haben. Es bestehe die Gefahr, daß viele Bienenvölker sterben und die Honigernte schmaler wird. Wenn jetzt die Sonne unabhängig von den Temperaturen schon kräftig scheint, werden auch die Fluglöcher beschienen und die Bienen sind ermuntert auszuschwärmen. Die helle Reflexion am verschneiten Boden halten die Bienen für die Sonne – und sie fliegen in den Schnee. Die Imker sollten die Fluglöcher deshalb abschatten.

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