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Behörden auf Frühjahrshochwasser vorbereitet
Tillich besucht zentrale Lagerstätte für Sandsäcke in Radeburg

Pressemitteilung vom 18.03.2005


Umwelt- und Landwirtschaftsminister Stanislaw Tillich hat vergangene Woche das landeseigene Hochwasserschutzlager in Radeburg besucht. Hier werden Materialien zur Hochwasserbekämpfung als Landesreserve vorgehalten. Der Minister informierte sich über den Stand der Vorbereitungen für ein mögliches starkes Hochwasser. „Die Behörden beobachten die Situation seit Wochen mit großer Aufmerksamkeit“, so Tillich. Zahlreiche Maßnahmen seien vorbeugend veranlaßt worden. Denn in Anbetracht der Schneemengen, die noch immer in vielen Gebieten des Freistaates liegen, sei ein größeres Frühjahrshochwasser nicht auszuschließen. Die im Schnee gespeicherten Wassermengen sind erheblich. Der Minister verwies darauf, daß derzeit noch keine verläßlichen Aussagen getroffen werden können, welche Auswirkungen die Schneeschmelze auf die Pegel der sächsischen Flüsse haben wird. „Es kommt immer auf die konkrete Wettersituation an“, so der Minister. Das schlechteste Szenario wäre ein heftiger Wärmeeinbruch verbunden mit starken Niederschlägen. Eine normale Schneeschmelze - also mit leichten Plusgraden und Sonne am Tag, geringem Frost in der Nacht und ohne Regen – würde zu einem Anstieg der Pegel, jedoch lediglich zu einem geringen Hochwasser führen. Im Allgemeinen geht man von maximalen Schmelzraten von 30 Millimetern pro Tag aus. Seit Anfang Februar wird durch die Landestalsperrenverwaltung zusätzlicher Freiraum in allen Talsperren geschaffen. Zum Teil wurden die Wasserstände bis unter das nach der Augustflut 2002 festgelegte Mindeststauvolumen abgelassen, um Platz über den vorgeschriebenen Raum hinaus zu schaffen. Der Minister verwies darauf, daß sehr genau überlegt werden müsse, wie viel Freiraum zu schaffen ist, denn die Absenkungen gehen zu Lasten der Trinkwasservorräte. Diese sollen dann durch die erwartete Schneeschmelze wieder ausgeglichen werden. Im Einzugsgebiet der Talsperre Gottleuba steht beispielsweise ein Wasservorrat im Schnee von etwa 4,4 Mio. Kubikmeter einem Freiraum von 3,6 Mio. Kubikmeter in der Talsperre gegenüber. Im Einzugsgebiet der Talsperren Klingenberg und Lehnmühle sind es 17 Mio. Kubikmeter Wasser bei einem Freiraum von 11 Mio. Kubikmeter. Bei den Stau- und Talsperrenmeistereien gibt es rund um die Uhr eine zentrale Rufbereitschaft. Bei der Landestalsperrenverwaltung überwacht der Chef vom Dienst die Geschehnisse und aktuellen Entwicklungen. Der Landestalsperrenverwaltung unterstehen auch die Flußmeistereien. Deren Mitarbeiter sind derzeit mehr als sonst unterwegs, um die Flußläufe zu beobachten.
Im Landeshochwasserzentrum wird die meteorologische und hydrologische Lage ständig beobachtet. Mit der Landestalsperrenverwaltung besteht ständiger Kontakt. Zeichnet sich eine Hochwassergefahr ab, wird der Hochwassernachrichtendienst mit den entsprechenden Warnungen eröffnet. Nach der Augustflut wurde das Hochwasserwarnsystem deutlich verbessert. Die Meldewege sind kürzer und die Vorhersagen kommen früher und präziser. Wie Tillich betonte, ist das Warnsystem in Teilen einmalig in Deutschland.
Das Landeshochwasserzentrum informiert jetzt neben den Regierungspräsidien auch die Landratsämter und Gemeinden direkt. Die neue Hochwasser-nachrichten- und Alarmverordnung legt außerdem fest, daß besonders gefährdete Private (wie beispielsweise Krankenhäuser) per SMS informiert werden. Nach dem Oderhochwasser von 1997 beschloß die Sächsische Staatsregierung, Hochwasserschutzlager, in denen Materialien zur Hochwasserbekämpfung vorgehalten werden, einzurichten. Die insgesamt vier Lager in Chemnitz, Lohsa, Trebsen und Radeburg werden durch die Landestalsperrenverwaltung betreut. Neben 6,5 Millionen Sandsäcken gehören auch Geotextilien und Folien zur Deichabdichtung sowie mobile Dämme und Schlauchboote zu den Beständen. Kommunen können bei Hochwassersituationen auf diese Landesreserve zurückgreifen. Bürger können sich im Internet unter www.hochwasserzentrum.sachsen.de oder im MDR-Videotext ab Tafel 530 jederzeit über die Hochwassersituation im allgemeinem oder an „ihrem“ Fluß informieren. Das Landeshochwasserzentrum ist unter der Nummer 0351/892 82 61 erreichbar.

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