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Sachsen für Pilotprojekt zur Mehrgefahrenversicherung
Flath: Risiko von witterungsbedingten Ertragsausfällen auf mehrere Schultern
Pressemitteilung vom 20.03.2003


Dresden. Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) drängt auf die schnellstmögliche Einführung einer Mehrgefahrenversicherung für die Landwirtschaft. Sachsen sei bereit, in einem Pilotprojekt die Praxisfähigkeit eines solchen Versicherungssystems zu testen, so der Minister am 20. März am Rande der Agrarministerkonferenz, die derzeit in Schwerin stattfindet. Sachsen habe deshalb einen Antrag auf finanzielle Beteiligung des Bundes an einem solchen Pilotprojekt gestellt. Sobald aus Berlin eine Zusage vorliege, werde Sachsen mit der Umsetzung der Pilotphase beginnen. Vorgesehen ist ein Projektzeitraum von Januar 2004 bis Ende 2006.

50-prozentiger Prämienzuschuss
Bei einem 50-prozentigen Prämienzuschuss für den versicherten Landwirt würden die Kosten des Projektes bei rund 12 Mio. Euro jährlich liegen, sofern sich der überwiegende Anteil der sächsischen Landwirte daran beteiligt. Finanzierbar wäre das Pilotprojekt je zur Hälfte aus Bundes- und Landesmitteln. Wie Flath in Schwerin betonte, gebe es zu einer solchen Versicherung keine Alternative. Deutsche Landwirte seien zunehmend mit den Folgen von Witterungsunbilden konfrontiert und hätten zum Teil deutliche Ertragsausfälle zu verkraften. Durch eine Mehr-gefahrenversicherung würde das Ausfallrisiko auf mehrere Schultern verteilt. Außerdem seien dadurch die finanziellen Ausgaben für den Staat planbar. Immerhin habe die öffentliche Hand (Bund und Länder) seit 1991 rund 390 Mio. Euro zur Schadensregulierung in der Landwirtschaft aufwenden müssen. Laut Flath steht die Versicherungswirtschaft in den Startlöchern und könne sofort passende Leistungen anbieten. Ähnliche Versicherungen gibt es in mehreren europäischen Ländern sowie den USA.
VDL-Präsident Dieter Tanneberger sagte hierzu, sein Verband habe bisher in dieser Versicherungsart eine Art staatlicher Assekuranz für die strukturbedingten Verluste bei LPG-Nachfolgern gesehen. Das gelte auch weiterhin. Wenn jedoch der Staat 50% der Versicherungsprämien trage, werde der VDL seine bisherige Haltung überprüfen. Der neugewählte Vorstand wird sich am 1.April auch mit diesem Thema befassen.

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