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Terror-Experten rätseln über Seuchenursachen
Maul- und Klauenseuche in Großbritannien ein B-Waffen-Unfall? Furcht vor „Agrar-Terrorismus“ wächst / Ein Bericht von Peter Scherer
Pressemitteilung vom 15.03.2001


Frankfurt/Main - Der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Großbritannien hat auch Geheimdienste, Militärs und Sicherheitsbehörden alarmiert. Der Grund für deren Interesse ist die Furcht vor einem möglichen Agrar-Terrorismus, den ein ehemaliger Terrorismus-Experte des Bundesnachrichtendienstes (BND) als „sehr real“ einschätzt: Durch einen gezielten verdeckten biologischen Angriff könnten ganze Tier- oder Pflanzenbestände vernichtet werden, sagte er der „Welt“.

In den Geheimlaboratorien der Biowaffen-Designer wurden die entsprechenden Mittel längst entwickelt: Pilzsporen, um Weizenfelder mit Schwarzrost zu infizieren und Brandpilze, die Ernten mit Steinbrand vernichten. Gleiches gilt für Varianten von Pest und MKS, wie sie nach den Bekenntnissen des ehemaligen, 1992 in die USA geflüchteten russischen Spezialisten für biologische Kampfstoffe, Kanathjan Alibekow, bereits im Landwirtschaftsministerium der Sowjetunion entwickelt worden sind. Damit sei man in der Lage gewesen, riesige Anbaugebiete zu verseuchen.

Obwohl die russische Regierung immer wieder versichert hat, heute über kein B-Waffenpotential mehr zu verfügen, bleiben westliche Geheimdienste skeptisch. Sie sehen viele Fragen unbeantwortet. Dazu gehören besonders jene zum Verbleib der sowjetischen B-Kampfstoffmunition, die heute möglicherweise auch in anderen Ländern stationiert sein oder zur terroristischen Bedrohung werden könnte.

Ein besonderer Risikostaat ist nach wie vor der Irak, der nach Einschätzung des BND während des zweiten Golfkrieges in der Lage gewesen sei, einen „biologischen Krieg von apokalyptischen Ausmaßen“ zu führen. Ungeachtet der Versicherung des Irak, alle B-Waffen eigenständig zerstört zu haben, hegen westliche Nachrichtendienste unverändert den Verdacht, dass das Saddam-Regime noch immer einen Teil seiner in Raketen, Bomben und Artilleriegeschossen abgefüllten biologischen Kampfstoffe wie Milzbrand, Botulinustoxin und Aflatoxin besitzt. Außerdem wurde der Erreger des Gasgangräns und Rizinustoxin produziert, angeblich aber nicht munitioniert. Und als „ökonomische biologische Waffe“ züchtete man einen Pilz, der Getreide befällt, behauptet der BND.

Was wären die Folgen eines Bio-Angriffes, in dessen Zentrum nicht der Mensch wie zum Beispiel bei einer Pocken- oder Pestattacke stünde? Engpässe bei der Ernährungsproduktion, Destabilisierung von Wirtschaft und Politik.

Was die Experten derzeit besonders beunruhigt, ist der zeitliche Zusammenhang zwischen der Beteiligung Großbritanniens an dem jüngsten Luftschlag gegen den Irak und dem ersten Auftreten der gefährlichen Viruserkrankung auf der Insel. War dies Zufall oder ein heimtückischer biologischer Angriff aus dem Repertoire der Schurkenstaaten? In ihrem Ämtern gebe es dazu keine Erkenntnisse, wiegeln BND und Bundeskriminalamt ab.

Kampfstoffexperten und Mediziner der Bundeswehr halten eine Klärung dieser Frage für außerordentlich schwierig. Das große Problem für einen gesicherten Nachweis bestehe nämlich darin, dass bestimmte Krankheiten und Seuchenzüge eben auch unter natürlichen Umständen auftreten oder wieder aufflackern könnten.

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