• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

VDL sagt alle Bauernversammlungen ab
MKS in Frankreich / Tanneberger fordert Impfschutz
Pressemitteilung vom 15.03.2001


Wie der Präsident der Deutschen Landwirte e.V. und des Verbandes der privaten Landwirte und Grundeigentümer Sachsen e.V. (VDL) Dieter Tanneberger mitteilt, sieht sich der Verband wegen des Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Frankreich veranlasst, alle geplanten Bauernversammlungen im März und April vorsorglich abzusagen. Es betrifft dies die Versammlungen in Hilmersdorf am 16.3.2001, in Schorba (Thüringen) am 23.3.2001, in Niederbobritzsch am 30.3.2001 und in Altmittweida am 06.04.2001. Der VDL hat im Zusammenhang mit dem MKS-Ausbruch auch die geplanten Vorstands- und Präsidiumssitzungen des Verbandes bis auf weiteres abgesagt. Inzwischen hat Tschechien über 70 Grenzübergangsstellen nach Deutschland dicht gemacht. USA, Kanada, Australien und Neuseeland haben ihre Fleischmärkte vor Importen aus Europa geschlossen.

Die von der CDU-Fraktion im Sächsischen Landtag für Samstag, den 07. April 2001, 10.00 Uhr, im Forum des agrar Messeparks, Bornaische Straße 210, 04279 Leipzig, geplante Veranstaltung: „Neue Wege in der Landwirtschaft – Erzeugung gesunder Lebensmittel“, für die dem VDL Einladungen vorliegen, soll nach Auskunft des Parlamentarischen Beraters Hendrik Duus aber stattfinden. Der VDL wird hierzu jedoch nicht aufrufen.

Der Amtstierarzt des Mittleren Erzgebirgskreises (MEK) Dr. Richter kritisierte die Unsauberkeit in zahlreichen Ställen. Dreck-Ecken müssten gesäubert werden. In Ställen hätten Autoreifen, Motorräder und Brennholz nichts zu suchen. Viele Höfe hätten noch immer keine Seuchenmatten, der Besucherverkehr wäre kaum eingeschränkt. Richter forderte Viehtransporte weitgehend auf das unabdingbare Maß zu beschränken. Die Bauern sollten nicht auf Verbote oder Weisungen warten, sondern von sich aus aktiven Seuchenschutz betreiben.

Tanneberger forderte die EU-Kommission auf, den vorbeugenden Impfschutz gegen MKS wieder zuzulassen. Bis 1990 war es europaweit üblich, Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine aktiv gegen MKS zu immunisieren. Auf Druck von Großbritannien wurde dann im Rahmen der GATT-Verhandlungen den USA-Forderungen nachgegeben, die bis heute keine geimpften Tiere in den amerikanischen Kontinent einführen.

zurück