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Steuer-Razzia bei der Agrargenossenschaft
Vorstandsvorsitzender Artur Walda unter Betrugsverdacht - Chef des Grünlichtenberger Unternehmens weist alle Vorwürfe von sich
Pressemitteilung vom 12.03.2009


Kriebstein/Grünlichtenberg. Ungebetener Besuch bei der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg. Die Freie Presse Chemnitz und die Sächsische Zeitung Dresden, Lokalredaktion Mittweida reflektieren die Caussa Walda mit folgenden Berichten:

Wie erst jetzt bekannt wurde, durchsuchten Steuerfahnder bereits am Dienstag vergangener Woche mehrere Betriebsstätten des Landwirtschaftsunternehmens, unter anderem die Kartoffel- und Gemüseverarbeitungs GmbH in Etzdorf. Seither steht der Verdacht des Betrugs gegen den Vorstandsvorsitzenden Artur Walda im Raum. Der ist außer sich. Nicht nur über das plötzliche und unerwartete Auftauchen der Steuerfahnder vom Finanzamt Chemnitz Süd, wie er selbst sagt, sondern vor allem über den Vorwurf und über jenen Mann, der ihm das eingebrockt haben soll: "Der eigene Steuerprüfer", schimpft Walda.

In Erklärungsnot kommt der Chef der Agrargenossenschaft nicht. Das Unternehmen habe 2005/06 einen Antrag auf Investitionszuschuss gestellt. Man habe sechs Lkw kaufen wollen; alles sei ordnungsgemäß mit dem Steuerprüfer ausgearbeitet worden, sogar mit dem Vermerk im Antrag: "vorbehaltlich der Prüfung durch das Finanzamt." "Und nun wird alles so hingestellt, als würde ich die LKW gar nicht benötigen, wäre nur scharf auf das Geld", sagt Walda.

Er erklärt, wozu er die Laster braucht: In der Schälküche des Kartoffellagerhauses in Etzdorf beispielsweise würden täglich rund 100 Tonnen Kartoffeln verarbeitet. Noch in der Nacht, 2 Uhr, habe früher der einzige Lkw - ein 15-Tonner - den Hof verlassen. "Der kann um 5 Uhr nun mal nicht gleichzeitig in Dresden, Bad Elster und Zwickau sein", stellt Walda klar. Doch die Firmen, die für ihre Kunden zum Beispiel Mittagessen kochen und auch noch ausliefern, bräuchten die Kartoffeln oder das Gemüse eben so früh.

Die Agrargenossenschaft Grünlichtenberg, zu der auch die Kartoffel- und Gemüseverarbeitung in Hirschfeld/Brandenburg gehört, liefert ihre Produkte in ganz Ostdeutschland sowie Niedersachsen aus. Die sechs Lkw hat das Unternehmen längst gekauft. "Einen Förderzuschuss habe ich jedoch nie gesehen", sagt der Vorstandsvorsitzende. Er selbst versteht nicht, weshalb man immer nur das Negative suche. "Wir geben 250 Leuten Arbeit und haben in den vergangenen Jahren vier Biogasanlagen gebaut und damit acht Millionen Euro investiert", verweist er auf eine positive Bilanz.

Beim Finanzamt Chemnitz Süd hält man sich zu den Hintergründen der Durchsuchungsaktion bedeckt. Vorsteher Jost Hess erläutert: "In Deutschland gilt das Steuergeheimnis." Auf die Frage, wann denn Steuerfahnder unangemeldet ausschwärmen, antwortet er allgemein: "Wenn die Vermutung der Steuerhinterziehung gegeben ist." Und die müsse schon sehr konkret sein. Im Amt werde das geprüft.

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