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Akten-Razzia in Grünlichtenberg
Ermittler stellen mit Blitzaktion bei der Agrargenossenschaft umfangreiches Aktenmaterial sicher
Pressemitteilung vom 12.03.2009


Grünlichtenberg (sro). Ein Großaufgebot an Ermittlungskräften rückte vorigen Dienstag in mehrere Betriebsstätten der Agrargenossenschaft Grünlichtenberg ein. Neben dem Kartoffellagerhaus in Etzorf bekam unter anderem die „Getreide AG Reichenbach“ unverhofft Besuch.

Nach Informationen der Döbelner Allgemeinen Zeitung (DAZ) wurde Aktenmaterial in erheblichem Unfang beschlagnahmt. Bis zu 50 Ermittler recherchierten zum Teil auch auf privaten Grundstücken. Die Ermittler, die am Dienstag 9 Uhr unvermittelt auftauchten, begleiteten die Angestellten zu zweit an ihre Arbeitsplätze und suchten gezielt nach Unterlagen zur Wirtschaftstätigkeit des Unternehmens. Im Dorf sorgte die groß angelegte Aktion für erhebliche Unruhe. Allerdings reiht sie sich ein in eine Kette von Vorfällen rund um das vom Vorstandsvorsitzenden Artur Walda geführte Unternehmen. So hatte Walda im Frühjahr 2008 Rechtsmittel eingelegt gegen einen Gerichtsbeschluss, wonach die 1990 gegründete Agrargenossenschaft Grünlichtenberg nicht rechtmäßige Nachfolgerin der vormaligen LPGen von Grünlichtenberg, Ehrenberg, Marbach und Greifendorf ist. Einen Umwandlungsbeschluss legte Walda nie vor. Das Anwaltsbüro Barran, von dem sich die Agrargenossenschaft jahrelang vertreten ließ, legte Ende 2008 sogar das Mandat nieder.

In einem Schreiben, das der DAZ vorliegt, begründet die Kanzlei den Schritt damit, es lägen möglicherweise „akut erhebliche Verletzungen von Rechtsvorschriften durch Artur Walda vor“. Der von Walda angefochtene Gerichtsbeschluss hat weitreichende Folgen. Die 1990 per notarieller Neuanmeldung gegründete Agrargenossenschaft hat das Vermögen der vier vorigen landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften in Höhe von 24 bis 30 Millionen Euro nie erworben. Dennoch weist das Unternehmen 1990 in Bilanz beziehungsweise Inventarverzeichnis das Vermögen der LPGen als ihres aus - ohne eine rechtswirksame Vermögensübertragung. Somit gingen weder Gebäude, Vieh noch Technik an die Agrargenossenschaft über. Das berichtete die DAZ schon vor einem Jahr. Heute fragt man sich erneut, in welcher Form das Unternehmen über das Vermögen verfügen darf. Im Ort kursiert seit Wochen, ein landwirtschaftliches Unternehmen aus Holland interessiere sich für die Agrargenossenschaft. Für Irritationen sorgt in diesem Zusammenhang, dass einige Gebäude der Genossenschaft neuerdings grün-gelb angestrichen sind. Zu diesem Thema ist Artur Walda seit Wochen nicht bereit zu sprechen. Auch zu den Vorfällen am Dienstag ist er zu keiner Stellungnahme bereit.

Steffi Robak, Döbelner Allgemeine Zeitung

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