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„Was macht es einer deutschen Eiche, wenn sich mal eine Sau dran reibt“
Wenige führende Politiker haben sich für die Enteigneten eingesetzt

Leserbrief von Hasso Busch, Brietlingen
Pressemitteilung vom 13.03.2003


Als erster und einziger Sozialdemokrat Deutschlands war der damalige Landwirtschaftsminister von Niedersachsen, Karl Heinz Funke, zur Protestveranstaltung des Deutschen Landbundes am 22. Juli 1996 nach Leipzig gekommen. Der Minister Funke hatte viele anonyme Briefe erhalten. Die feigen Schreiber wollten verhindern, dass der Minister nach Leipzig fährt. Er kam aber trotzdem! „Was macht es einer deutschen Eiche, wenn sich mal eine Sau dran reibt,“ meinte Funke zu den Bedrohungen. Unter dem Beifall von 1300 ostdeutschen Bauern, die gegen das LPG-Unrecht kämpften und den Opfern der Bodenreform 1945/49, bedauerte Funke die Urteile des Bundesverfassungsgerichts und sagte: „Die Bodenreform bleibt Unrecht. Jetzt muss alles unternommen werden, um die Fehler der Vergangenheit wett zu machen.“

Der FDP-Justizminister Schmidt-Jorzig wollte 1997 das Eigentum der Opfer der Boden- und Industriereform notfalls für eine Mark zurückgeben, wurde aber von seinem Parteivorsitzenden Gerhardt zurückgepfiffen.

Schließlich der dritte führende deutsche Politiker, der sich 1996 für die Enteigneten eingesetzt hatte: Christian Wulff, damals noch Oppositionsführer der CDU im niedersächsischen Landtag. In einem „Focus“ Interview beantwortete Wulff die in der „FAZ“ gestellten Fragen:
„Der Rechtsstaat Bundesrepublik darf nicht Erbe des Unrechtsstaates der DDR sein und sich nicht daraus bereichern“. Weiterhin verlangte er, dass die Alteigentümer beim Rückerwerb eindeutig bevorrechtigt werden und dass sie ihr früheres Eigentum zu einem symbolischen Preis zurückkaufen können. Er sei nicht bereit, das „Rechtsverbiegende“ zu respektieren, wisse aber, dass er die niedersächsischen Abgeordneten seiner Partei in eine schwierige Situation bringen würde, denn sie müssten sich zwischen seiner Politik und der der Bundesregierung (damals noch CDU-Regierung unter Helmut Kohl) entscheiden.
Christian Wulff beklagt noch 1999, dass es nach der Vereinigung Deutschlands nicht gelungen sei, Einmütigkeit darüber herzustellen, dass die sogenannte Bodenreform „das schwerste eigentumsrechtliche Verbrechen der Nachkriegszeit“ gewesen sei. Leider habe die „Bodenreform“ auch bei der CDU Ostdeutschlands „Akzeptanz gefunden.“

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