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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
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Der Streit um die Bullenprämie
Pressemitteilung vom 08.03.2001


Franz Fischler hat vorgeschlagen, die alte Prämien-Obergrenze für maximal 90 prämienberechtigte männliche Rinder (Bullen- und Ochsenprämien) wieder einzuführen. Diese Obergrenze war im Zuge der Agenda 2000 gerade erst abgeschafft worden – vor allem auf Drängen Deutschlands, der Ost-Agrarminister und des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Nun also auch Renate Künast unter dem Einfluss ihres Staatssekretärs Thalheim. Die Sorgen der LPG-Lobby sind verständlich. 60% der heute prämienberechtigten Rinder in Ostdeutschland stehen in Großanlagen der früheren LPGen. Sie müssten ohne die Sonderprämie von 361,- DM pro Tier (im Jahr 2001) auskommen. Nur die Schlachtprämie von 130 Mark würde gezahlt. Jetzt rächt sich die LPG-Politik der Jähnichen und Sklenar, der Borchert und Heereman. Unglaubliche Überförderung Wie aus dem Landwirtschaftsministerium in Magdeburg verlautet, wurden in Sachsen Anhalt 1999 insgesamt 805 Prämien-Anträge für rund 25.300 männliche Rinder gestellt. Von den 805 Antragstellern blieben 93 % (754) unter der 90-Tier-Grenze; zusammen kamen diese 93% auf 7.377 Tiere, was weniger als ein Drittel (29 %) der Prämien-Tiere ausmacht. Nur 51 Antragsteller (7 %) kamen über die 90-Tiergrenze, zogen dafür aber über zwei Drittel aller Rinderprämien. Die Rindermastanlage Klein Wanzleben hat alleine für rund 7.000 Rinder Prämien beantragt und damit fast so viele wie die 754 Betriebe zusammen, die unter der 90-Tier-Grenze blieben. Der Vorsitzende des Agrarausschusses im Europaparlament, Friedrich Wilhelm Graefe zu Baringdorf rechnet vor: Ein Betrieb in Ostdeutschland mit 20.000 Bullen, wovon pro Jahr rund die Hälfte prämienberechtigt ist (bei Mastdauer von rund 2 Jahren), bekommt 4,9 Millionen DM Bullenprämie im Jahr (10.000 Tiere x 491,00 DM ). Seine Lohnkosten betragen bei 30 beschäftigten Arbeitskräften und unterstellten Lohnkosten von 50.000 DM pro Arbeitskraft lediglich 1,5 Millionen DM. Damit ist jede Arbeitskraft mit über 160.000 DM bezuschusst. Graefe: „Das ist eine unglaubliche Überförderung.“ Recht hat er.

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