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    Bundesverband
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Maßnahmen in Sachsen gegen MKS

Pressemitteilung vom 08.03.2001


Wegen der Maul- und Klauenseuche waren bis zur vorigen Woche fasst 800 Bauernhöfe in allen Teilen Großbritanniens gesperrt worden. 132 Betriebe waren bis dahin direkt betroffen. Der 1. Fall an einem Rind trat am 20.02.2001 auf dem Schlachthof Essex auf. Am 23.02. folgte ein Schweinemastbetrieb, der Speiseabfälle von Gaststätten verfüttert haben soll. Auch 3 Großmärkte in der Nähe sollen hier überlagerte Ware entsorgt haben. In Devon wurde eine 1500-köpfige Schafherde gekeult und verbrannt. Inzwischen brennen aufgeschichtete Tierkadaver zu Tausenden auf britischen Höfen – die Bilder schockieren die ganze Welt. Landwirtschaftsminister Brown hat alle Städter aufgefordert, unnötige Ausflüge aufs Land zu vermeiden, um eine Verbreitung des Erregers einzudämmen. Jagdgesellschaften haben ihre Einladungen zurückgezogen, Wandervereine sagten Ausflüge ab; sogar Angler wurden gebeten, verdächtige Grasflächen zu meiden. Auch Landtags- und Kommunalwahlen sollen verschoben werden. Die wirtschaftlichen Folgen lasten auf einer industrialisierten Landwirtschaft, die durch das mittelalterliche Bauernlegen noch weitgehend feudal strukturiert ist. Nicht ohne Grund kommen die derzeitigen Seuchenzüge von BSE und MKS, die zur schwersten Krise der europäischen Landwirtschaft geführt haben, aus den englischen Grafschaften, die nur mit den ostdeutschen Agrarstrukturen vergleichbar sind.
Die MKS-Verdachtsfälle in Deutschland und Frankreich haben sich bisher nicht bestätigt. In Sachsen wurde am 28. Februar ein Krisenstab gebildet. Schafe und Schweine wurden in den letzten Wochen vor dem großen Ausbruch auch nach Deutschland gebracht, nicht jedoch nach Sachsen. Viehmärkte, Sammelstellen und Tierausstellungen sind bis auf weiteres verboten. Viehtransporte sind nur noch zu Schlachthöfen genehmigt. Die Polizei unternimmt verstärkt Unterwegskontrollen. Sollte MKS in Deutschland auftreten, sind Molkereien zur Milchabnahme verpflichtet. Milch aus BSE- und MKS-Beständen gilt grundsätzlich als verkehrsfähig. Hier ist dann eine 2-malige Hitzebehandlung erforderlich. Aus Imagegründen hat jedoch die Milchindustrie schon früher die Abnahme und Verarbeitung stets abgelehnt. Eine gerichtliche Grauzone, mit der sich die betroffenen Bauern nicht abfinden können. VDL-Präsident Dieter Tanneberger forderte auf den Winterversammlungen des Verbandes den sächsischen Krisenstab auf, vorbeugend für diese Fälle, mit der Milchindustrie Vereinbarungen zu treffen, die die Milchabnahme- und vergütung sichern.

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