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Vor 45 Jahre Höhepunkt der SED-Zwangskollektivierung
Und dann kam ein Brief aus Westberlin
Wie Bauer Ps. zum auserwählten der NATO-Agentenorganisation wurde
Aus Bezirksorgan „Volksstimme“ Karl-Marx-Stadt von 1960
Pressemitteilung vom 03.03.2005


Die Bilanz, die in diesen Wochen über das erste Jahr der gemeinsamen Arbeit in unseren vollgenossenschaftlichen Dörfern gezogen wird, zeigt jetzt bereits deutlich, daß die Rechnung der Feinde unseres sozialistischen Aufbaus wieder einmal nicht aufgeht. Die übergroße Mehrheit der im Frühjahr neugebildeten LPG beweist, heute, dass die sozialistische Wirtschaftsweise den alten überlebten Produktionsverhältnissen auf dem Lande überlegen ist. Dafür gibt es viele handgreifliche Beweise.

Legende unserer Feinde ist schmählich zusammengebrochen
Die LPG vom Typ I in Steudten, Seelitz, Zschoppelshain, Arras und viele andere haben konsequent nach dem Statut gehandelt. Sie verrichten ihre Arbeit gemeinsam, wenden das Leistungsprinzip an und schufen große Schläge. Die diesjährige Ernte machte offensichtlich, daß der Entschluß der Bauern, sich zu LPG zusammenzuschließen, richtig war. Der Erfolg der Verwirklichung der genossenschaftlichen Prinzipien spiegelt sich auch darin wider, dass in den ersten neun Monaten dieses Jahres insgesamt 45 t Rindfleisch 185 t Schweinefleisch, 851 t Milch, 21,4 t Geflügelfleisch und 2.175 200 Eier mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres auf den Markt kamen. Damit ist die Legende unserer Feinde, mit der genossenschaftlichen Arbeitsweise ginge die landwirtschaftliche Produktion zurück, schmählich zusammengebrochen.

Manche Elemente wollen sich nicht abfinden
Der Fortschritt in unseren Dörfern und die damit verbundene Verbesserung des Lebensstandards all unserer Menschen ist aber den Junkern, den Militaristen und Revanchisten im Bonner Unrechtsstaat ein Dorn im Auge. All ihre „erprobten“ Mittel und Methoden werfen sie in die Waagschale, um unseren friedlichen Weg zu stören. Dabei bedienen sie sich vor allem solcher Elemente in unserer Republik, die schwankend sind, die aus der Vergangenheit keine Lehren gezogen haben und die sich mit der gesetzmäßigen Entwicklung, daß die kapitalistischen Produktionsverhältnisse überlebt sind, nicht abfinden wollen. Als im Frühjahr in Penna die Bauern ihre Genossenschaft gründeten, war auch der Bauer Ps. dabei. Bald zeigte sich aber, daß Adenauer und Strauß in diesem Menschen einen Helfer für ihre verbrecherischen Pläne hatten. Bauer Ps. befand sich also auf einem Wege, der ihn vom Gegner unserer Entwicklung zum Verbrecher an unserem Staat führte und seine Familie ins Unglück gestürzt hätte.

Ulbrichts Terror
In der programmatischen Erklärung des Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Walter Ulbricht, heißt es zu den Fragen der gesellschaftlichen und menschlichen Beziehung bei uns u. a.:
„In unserer sozialistischen Demokratie sind durch die Beseitigung der kapitalistischen Ausbeuterklasse und die Abschaffung der Ausbeutung des Menschen die Bedingungen für Humanität und Gerechtigkeit, für die Verwirklichung der Ideale der Menschheit geschaffen worden. Die Menschen haben eine unterschiedliche Vergangenheit, Herkunft und Lebenserfahrung. Ihre Gedanken sind folglich recht verschieden. Aber der Sozialismus spricht sie alle an. Allen gibt er eine Perspektive. Eben davon wollen wir alle überzeugen.“

Böswilliger Gegner unseres Staates
Mit großer Geduld wurde in den vergangenen Wochen gerade auch im Falle des Bauern Ps. versucht, ihn zu überzeugen. Viele Möglichkeiten wurden gesucht, diesem Menschen zu helfen, den richtigen Weg zu finden, den Weg nämlich, der die Sehnsucht jedes ehrlichen Bürgers erfüllt: ein Leben, aus dem der Krieg für immer verbannt ist. Bauer Ps. schlug diese Hilfe aber in den Wind. Versammlungen und Aussprachen mit Staatsfunktionären, zu denen er gebeten wurde, ignorierte er, dazu oft noch abfällige Bemerkungen gebrauchend. Das zeigt einmal mehr sein wahres Gesicht. Die Böswilligkeit, das Richtige und Gute gar nicht erkennen zu wollen, offenbart, daß Ps. ein Gegner unseres Staates ist.

Der Versammlung zugeführt
Am vergangenen Donnerstag wurde Bauer Ps. noch einmal Gelegenheit gegeben, in einer Einwohnerversammlung zu seinem bisherigen Verhalten Stellung zu nehmen und sich von seinem falschen Wege abzukehren. Aber auch diese letzte Gelegenheit nahm er wiederum nicht wahr. Zu der Versammlung erschien er trotz Zusage nicht. Die Anwesenden gaben sich damit aber nicht zufrieden und forderten energisch, daß Ps. hinzugeholt wird. Sein ganzes Verhalten zeigte dann erneut, wer er ist. Er negierte die genossenschaftliche Arbeit und hintertrieb damit die Festigung der LPG. Mit solchen Äußerungen wie „LPG, das sind verkommene Felder und bringt Hungersnot“, hetzte er gegen unseren Fortschritt. Offen dokumentierte er schließlich noch sein schädliches Verhalten gegenüber unserem Staat mit seinem Austritt aus der LPG.

Faschismuskeule der Kommunisten
Das ganze Verhalten des Bauern Ps. zu unserer neuen Gesellschaftsordnung wird klar, wenn man ein wenig seine Vergangenheit beleuchtet. Seit 1933 zählte Ps. zu den aktiven Mitgliedern der Nazipartei und gehörte auch aktiv dem SA-Reitersturm an. Als Ortsbauernführer besaß er das besondere Vertrauen der Nazi-Prominenz. Für seine Mitschuld bei den Verbrechen der braunen Banden an den Millionen Toten und den Trümmern des zweiten Weltkrieges wurde Ps. von der SMAD nach dem faschistischen Zusammenbruch interniert. Niemand macht in unserer Republik einem Menschen einen Vorwurf, der vor 1945 Mitglied der Nazipartei war, wenn er die richtigen Schlussfolgerungen aus seinem Fehler gezogen hat. Bei Bauer Ps. ist das aber nicht der Fall. Das hat er in der Vergangenheit durch Worte und Taten oft bewiesen. So verweigerte er z. B. zur Volkswahl 1958 den Kandidaten des Friedens seine Stimme zu geben; faschistische Generäle setzt er mit den Generalen der Volksarmee auf eine Stufe, Funktionäre unseres Staates bezeichnet er als Drecksäcke. Das ist übrigens der Jargon, den er bereits während der Nazizeit seinen Landarbeitern gegenüber täglich praktizierte. Das sind nur einige Beispiele aus den Gesprächsthemen dieses Menschen, die seine ganze Denkweise zu unserem Staat der Arbeiter und Bauern widerspiegeln.

Brief von der Stasi abgefangen
Daß Bauer Ps. bisher ganz im Sinne und Interesse des Rias und des Adenauer-Klüngels handelte, zeigt ein Brief, den er dieser Tage von einer Westberliner Agentenorganisation erhielt. Darin wurde er unter Angabe von Deckadressen geheimen Telefonnummern usw. ersucht, nach Westberlin zu kommen und Agentenaufträge in Empfang zu nehmen.
Auf die an ihn gerichteten Fragen antwortete er teils dummfrech, teils den Unwissenden markierend.

Noch der alte Faschist
Bauer Ps. mußte sich aber auch noch andere Wahrheiten anhören. Die anwesenden Arbeiter sagten ihm offen, daß sein an den Tag gelegtes Verhalten beweist, daß er noch der alte Faschist ist, der auch seine Kinder in diesem Sinne erzogen hat. Das Benehmen der beiden Söhne an diesem Abend machte das recht deutlich. Genosse Jonas sagte dabei auch u.a.: „Wir Arbeiter machen alle Anstrengungen, um die Pläne zu erfüllen und helfen dabei aber auch noch den Bauern, weil wir wissen, worum es geht, nämlich den Frieden zu erhalten.“ „Staatsfeinde dulden wir nicht“, meinte Genosse Lindner, der die faschistischen Grausamkeiten am eigenen Leibe verspürt hat, „wir vergelten nicht Gleiches mit Gleichem, aber unsere Humanität soll man nicht als Schwäche auslegen.“

Der Fall des Bauern Ps. zeigt: Wer sich außerhalb unserer Gesellschaft zu stellen und bewusst oder unbewusst unsere friedliche Entwicklung zu hemmen versucht, gerät unweigerlich in die Fänge westlicher Geheimdienste und wird so zum Handlanger bei der Vorbereitung eines neuen, furchtbaren Krieges. Die Lehre daraus kann für alle Bauern nur sein, im festen Bündnis mit der Arbeiterklasse den sozialistischen Aufbau zu vollenden, der Frieden, Glück und Wohlstand für alle garantiert.

Gerhard Paa, SED-Redakteur der Kreisseite Rochlitz

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