• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

„Grünes Hoffen“
Leserbrief von Margarete v. Schnehen, Rittergut, 37133 Klein Schneen
Pressemitteilung vom 01.03.2001


Der Einstieg der neuen Landwirtschaftsministerin Künast in das komplizierte Feld der Agrarpolitik war vielversprechend. Nun aber scheint bereits eine Kehrtwende eingetreten zu sein. Agrarkommissar Fischlers Wunsch nach Begrenzung der Rinderprämien wird von der Ministerin als Angriff auf ostdeutsche Großbetriebe gesehen – und abgelehnt. Nun ist nicht mehr die Kuh umzingelt, wie sie während ihrer Antrittsrede bemerkte, sondern Sie selbst! Von der allmächtigen Agrarlobby! Es gilt Pfründe zu erhalten! Wenn man den Beteuerungen des Deutschen Bauernverbandes und der Agrarminister glauben will, gibt es keine Agrarfabriken. Realität ist jedoch, dass in Agrarkonzernen riesige Tierbestände unter oft tierquälerischen Bedingungen gehalten werden. Diese industriellen Komplexe, die neben den landwirtschaftlichen Großbetrieben auch Züchtung, Schlachtung, Verarbeitung, sowie Futtermühlen umfassen, gehören Clans! So fließt das Steuergeld der Bürger auch weiterhin in die Agrarkonzerne! Der bäuerliche Mittelstand darf den Namen geben und bekommt die Subventionsbrotsamen, die von der Herren Tische fallen!
Die Bauern demonstrieren gegen die Massenschlachtung und das zu recht. Sind es aber wirklich nur die Landwirte? Auch die Agrarmanager schicken ihre Mitarbeiter auf die Straße, um die Situation für sich zu nutzen! Unter der Fahne der Bauern. Wieder einmal lässt sich der Berufsstand für fremde Interessen missbrauchen! Zwischen den Agrargiganten und dem landwirtschaftlichen Mittelstand kann es keine Gemeinsamkeiten geben! Eine Abgrenzung ist notwendig! Doch auf dieser Ebene versagt der Deutsche Bauernverband! DBV Präsident Sonnleitner, wie auch der Chef des Sächsischen Bauernverbandes Frank Rentzsch, hatten noch vor wenigen Wochen erklärt, dass alle bisherigen BSE-Fälle in bäuerlichen Betrieben aufgetreten seien. Anmaßende Worte, die von betroffenen Landwirten als diskriminierend empfunden wurden. Wenig später trat der erste BSE-Fall in einer Massentierhaltung im Freistaat Sachsen auf. Andere folgten.

zurück