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Bauern aus drei Ländern bangen um ihre Scholle Görlitzer Erfahrungsaustausch soll in Polen fortgesetzt werden
Pressemitteilung vom 01.03.2001


Bautzen. Polnisch-tschechisch-deutsche Diskussionsrunden werden im Dreiländereck häufiger, schreibt die Sächsische Zeitung über eine VDL-Veranstaltung. Mal tauschen sich Gewerkschafter aus, mal Arbeitgeber, mal Politiker und jetzt auch Bauern. Etwa 60 Landwirte und Agrarexperten aus allen drei Ländern trafen sich am 14. Februar in Görlitz, um den Umgang mit bäuerlichem Eigentum in den Zeiten der kommunistischen Gewaltherrschaft und das Schicksal landwirtschaftlichen Grundbesitzes nach der Wende zu vergleichen.
Private Bauern, die ihren 1945 bis 1949 enteigneten Grund und Boden wiederhaben wollen, haben es unterschiedlich schwer. Wolf Rossberg vom Verband der privaten Landwirte und Grundeigentümer Sachsen (VDL) resümierte: Polen gibt das Land in der Regel anstandslos zurück und den halben Verkehrswert als finanzielles Sahnehäubchen dazu. Aber im östlichen Nachbarland geht die Sorge um, dass nach dem Beitritt zur Europäischen Union Ausländer nach Äckern und Ställen greifen. „Da müssen Übergangsregelungen festgelegt werden“, erklärt Rossberg. In Tschechien gibt es unterschiedlicher Erfahrungen – einige Landwirte bekommen ihren Boden, andere nicht. Möchten Ausländer Grundstücke kaufen, gebe es keine Beschränkungen mehr. Besonders Holländer wollten Land in Böhmen und Mähren.
In Deutschland, so Rossberg, hätten es Wiedereinrichter generell schwer. „Die ehemaligen LPG-Fürsten haben hier großen politischen Einfluss“, wettert der Bauer, dessen Familie im Zuge der Bodenreform ihr Eigentum bei Döbeln verlor und in den Raum Hannover flüchtete. Von dort kam Rossberg 1990 zurück nach Sachsen, wo er jetzt das Amt des VDL-Vizepräsidenten bekleidet. In allen drei Ländern müssten Grund und Boden so verteilt werden, dass „möglichst viel Land in die Hände der Leute kommt, die ihn selber bewirtschaften“, umreißt Rossberg die gemeinsame Sorge der privaten Bauern. Deren Erfahrungsaustausch übrigens fortgesetzt wird: Dem VDL liegt bereits eine Einladung nach Polen vor.

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