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Wohnraum-Vermietung an Angehörige
Es können steuerliche Nachteile drohen / Aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofes macht Prüfung der derzeitigen Situation erforderlich
Pressemitteilung vom 20.02.2003


Wer an Angehörige eine Wohnung vermietet, konnte die Miethöhe ohne steuerliche Nachteile bislang auf die Hälfte der ortsüblichen Vergleichsmiete absenken. Nach einem Entwurf eines Steuervergünstigungsabbaugesetzes soll diese Grenze von 50 Prozent rückwirkend zum Januar dieses Jahres auf 75 Prozent angehoben werden. Bis 2002 gilt zwar noch die alte Regelung, nach der eine gesetzliche Kürzung der Werbungskosten erst bei einer Miete unter 50 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete erfolgt. Durch ein neues Urteil des Bundesfinanzhofes (Aktenzeichen: IX R 48/01) werden dieser Vermieter nun zusätzlich durch die Finanzämter überprüft. Die Auswirkungen der Gerichtsentscheidung stellt Werner Teriet, Vorstandsmitglied des NVL – Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine, dar:
„Mit der Entscheidung des obersten deutschen Steuergerichtes vom 5. November 2002 hat die Finanzverwaltung nun eine Handhabe, diejenigen Vermieter, die Wohnraum verbilligt vermieten, stärker in die Zange zu nehmen. Beträgt der Mietzins 50 Prozent und mehr, jedoch weniger als 75 Prozent der ortsüblichen Marktmiete, so ist die Einkünfteerzielungsabsicht grundsätzlich vom Finanzamt anhand einer Überschussprognose zu prüfen. Fällt diese negativ aus, wird die Vermietungstätigkeit in einen entgeltlichen und einen unentgeltlichen Teil aufgeteilt. Die anteilig auf den unentgeltlichen Teil entfallenen Werbungskosten sind dann nicht zu berücksichtigen. Der Verlust aus der Vermietung schmilzt entsprechend stark zusammen.“
Für alle betroffenen Vermieter ergibt sich damit die Notwendigkeit, gegebenenfalls mit ihrem steuerlichen Berater, unverzüglich die steuerlichen Aspekte der Vermietung an Angehörige zu beurteilen und bei Handlungsbedarf Änderungen des Vertragsverhältnisses vorzunehmen.
Wichtig ist, den aktuellen, örtlichen Mietspiegel heranzuziehen, um zunächst die ortsübliche Vergleichsmiete zu ermitteln. Bei der Berechnung ist von der ortsüblichen Kaltmiete, zuzüglich der umlagefähigen Kosten, auszugehen. Vermieter sollten darauf achten, dass die umlagefähigen Nebenkosten immer in voller Höhe beglichen werden, auch wenn die Miete verbilligt wurde. Oftmals wird sich auch eine Erhöhung der Miete nicht vermeiden lassen, um nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes die volle steuerliche Abzugsfähigkeit zu erhalten.

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