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Wieviel dürfen Rentner hinzuverdienen?
Pressemitteilung vom 16.02.2006


Altersrente ab 65
Zunächst die gute Nachricht: Beziehen Sie eine Altersrente und sind Sie mindestens 65 Jahre alt, dann dürfen Sie so viel hinzuverdienen, wie Sie wollen. Der Hinzuverdienst wirkt sich nicht auf die Höhe Ihrer Rente aus. Steuerfrei ist allerdings nur der Hinzuverdienst im Rahmen eines so genannten Minijobs bis 400 Euro. Höhere Summen müssen wie jedes Einkommen versteuert werden.

Altersrente unter 65
Altersrente gibt es als Teil- und als Vollrenten. Dieser Unterschied ist für die Berechnung der Hinzuverdienstgrenzen entscheidend.

Vollrente unter 65
Als Vollrentnerin beziehungsweise Vollrentner unter 65 Jahren dürfen Sie bis zu 345 Euro pro Monat hinzuverdienen. In zwei Monaten pro Jahr ist der doppelte Betrag, also 690 Euro, erlaubt. Wenn Sie diese Grenze auch nur um 1 Euro überschreiten, dann kann Ihre Rente erheblich gekürzt werden (auf zwei Drittel oder ein Drittel der Vollrente). Sie würden dann in Zukunft nur noch eine Teilrente bekommen. Ein Nebenjob kann auf diesem Wege zu einem Verlustgeschäft werden. Vorsicht daher auch bei 400-Euro-Jobs: Mit einem Minijob können Sie die Verdienstgrenze überschreiten. Die 400 Euro sind zwar steuerfrei, aber unschädlich für die Rente sind in diesem Fall nur 345 Euro. Die Rentenkürzung kann wieder rückgängig gemacht werden, wenn Sie die Verdienstgrenzen nicht mehr überschreiten. Sie müssen dies dann innerhalb von drei Monaten bei Ihrem Rentenversicherungsträger beantragen.

Teilrente
Beziehen Sie eine Teilrente, dürfen Sie mehr verdienen. Die Höhe des Erlaubten wird nach einer komplizierten Formel für jeden Einzelfall errechnet. Eine wichtige Größe dabei ist das Gehalt der letzten drei Jahre vor Beginn der Altersrente. Sie sollten sich Ihre Verdienstgrenze vor Aufnahme der Arbeit von Ihrem Rentenversicherungsträger errechnen lassen.

Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit
Bei einer Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit wird zwischen teilweiser und voller Erwerbsminderung und Berufsunfähigkeit unterschieden. Außerdem spielt das Datum des Rentenbeginns, das persönliche Einkommen und der Beschäftigungsort für die Errechnung der Hinzuverdienstgrenze eine Rolle. Daher sind individuell sehr unterschiedliche Höchstgrenzen zu beachten. Diese sollten Sie bei Ihrem Versicherungsträger erfragen. Beachten Sie: Rentner, die nun doch wieder regelmäßig eine Halb- oder Ganztagsbeschäftigung ausüben, sind in der Regel nicht mehr berufs- oder erwerbsunfähig. Der Rentenanspruch kann daher vollständig verloren gehen – und auch im nachhinein nicht wieder rückgängig gemacht werden.

Witwen- und Waisenrenten
Eine Rente wegen Todes reicht oft nicht, um den Lebensunterhalt des oder der Hinterbliebenen zu sichern. Neben dem Bezug der Rente ist deshalb eine berufliche Tätigkeit erlaubt. Das daraus erzielte Einkommen wird unter Umständen aber auf die Rente angerechnet. Auch in diesen Fällen sollte man seine persönliche Hinzuverdienstgrenze beim Versicherungsträger erfragen. Für Witwen/Witwer liegt die Grenze zurzeit bei 689,83 Euro pro Monat (Grundfreibetrag) plus 146,33 Euro pro Kind (alte Bundesländer). Als Waise dürfen Sie bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres unbeschränkt hinzuverdienen. Ansonsten liegt der Freibetrag zurzeit bei 459,89 Euro.

Hinzuverdienst und Einkommensanrechnung bei Selbstständigen
Wer bereits eine Rente erhält, kann auch weiterhin selbstständig tätig sein. Wie viel Geld hinzuverdient werden kann, hängt allerdings von der Art der Rente ab, die jemand bezieht.
Selbstständige, die eine Versichertenrente wie eine Altersrente oder eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit erhalten, dürfen bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres höchstens 345 Euro im Monat hinzuverdienen. Ein höheres zusätzliches Einkommen wirkt sich rentenmindernd aus. Bei einer Hinterbliebenenrente wird in der Regel Einkommen angerechnet, sofern es einen bestimmten Freibetrag überschreitet. Maßgebliches Einkommen ist jeweils der ermittelte Gewinn aus einer selbstständigen Tätigkeit. Wenn der Selbstständige zusätzlich noch als Arbeitnehmer beschäftigt ist, werden unter Umständen daraus erzielte Einnahmen ebenfalls angerechnet. Auch bestimmte Sozialleistungen, die als Einnahmenersatz gezahlt werden, können die Rentenhöhe mindern. Der Rentenversicherungsträger ist darüber zu informieren, ob jemand selbstständig oder als Arbeitnehmer beschäftigt ist; auch der Bezug einer Sozialleistung ist anzuzeigen.
Da die Einkommensverhältnisse in den alten und neuen Bundesländern unterschiedlich sind, gelten auch unterschiedliche Grenzwerte für die Anrechnung von Hinzuverdiensten.

Wieviel kann ich bei der Rente dazuverdienen?
Nach Vollendung des 65. Lebensjahres bestehen für Versichertenrenten grundsätzlich keine Einschränkungen (Ausnahme: Rentner und gleichzeitig Bundestags- oder Europaabgeordneter). Bei Bezug einer Rente wegen voller Erwerbsminderung oder Altersrente vor Vollendung des 65. Lebensjahres beträgt die allgemeine Hinzuverdienstgrenze für Vollrenten ab 1.1.2006 monatlich 350 Euro brutto. Bei Überschreiten dieser Hinzuverdienstgrenze kann nur noch eine Teilrente gezahlt werden. Bei Hinterbliebenenrenten, zum Beispiel einer Witwen- oder Erziehungsrente werden 40 Prozent des den Freibetrag überschreitenden Erwerbs- oder Erwerbsersatzeinkommen angerechnet.

"Ruhensregelung“ bei Pensionären
Für ehemalige Beamte gibt es besondere Regeln zur Höhe des Hinzuverdienstes. Im Fachjargon spricht man von der „Ruhensregelung“. Das Berechnungsverfahren ist kompliziert und der Betrag für fast jeden Beamten unterschiedlich. Pensionäre sollten sich vor der Aufnahme einer Nebentätigkeit bei ihrem Versorgungsservice nach den individuellen Höchstbeträgen erkundigen.

Hinzuverdienst dem Rentenversicherungsträger melden
Altersrentner über 65 müssen von ihrem Nebenerwerb nichts erzählen – außer vielleicht dem Finanzamt. Für alle anderen gilt: Benachrichtigen Sie Ihren Rentenversicherungsträger.
Wer glaubt, dass beispielsweise ein Minijob nicht auffällt, der könnte später eine böse Überraschung erleben. Die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte findet nicht gemeldete Minijobber beispielsweise bei regelmäßigen Betriebsprüfungen.

Freistellungsbescheinigung nicht mehr erforderlich
Früher brauchten Rentner für die Aufnahme eines Minijobs eine so genannte Freistellungsbescheinigung vom Finanzamt. Dies ist ab 1. April 2004 nicht mehr erforderlich. Höhere Einkünfte dagegen müssen ganz normal versteuert werden.
Alterseinkünfte werden ab dem kommenden Jahr zu 50 Prozent besteuert. Aufgrund der Freibeträge sind Renten allerdings bis zu circa 18.900 Euro steuerfrei. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Gesamteinkünfte bis zu diesem Betrag steuerfrei sind. Haben Sie Einkünfte aus einem Nebenjob, dann müssen Sie voraussichtlich schon bei einem geringeren Gesamtverdienst Steuern zahlen. Hintergrund: Nebeneinkünfte werden nicht, wie Renten, nur zu 50, sondern zu 100 Prozent angerechnet.
Es ist kaum möglich, die exakte Höhe der Steuern im Voraus zu erfahren. Bei den Finanzämtern beispielsweise wird es die entsprechenden Programme zur Berechnung erst im kommenden Jahr geben.

Arbeitsrecht gilt auch für Rentner
Rentner haben, ebenso wie alle anderen Arbeitnehmer, einen Anspruch auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Außerdem stehen Ihnen pro Jahr mindestens vier bezahlte Urlaubswochen zu. Das Arbeitsrecht gilt für alle.

Quelle: http://www.wdr.de / Landesversicherungsanstalt Sachsen (LVA)

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