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NABU und Wildtierstiftung für Erhalt der Rückzugsräume für Wildtiere
Hessen und Baden-Württemberg wollen Sperrzeitraum auf Grünland abzuschaffen
Pressemitteilung vom 16.02.2006


Im Vorfeld der Agrarausschuss-Sitzung des Bundesrates am 20. Februar appellieren die Deutsche Wildtier Stiftung und der NABU an die verantwortlichen Minister, die letzten und akut gefährdeten Rückzugsräume für Wildtiere in der Agrarlandschaft zu schützen. So genannte Stilllegungsflächen sind gerade für Rote-Liste-Arten wie Feldhase, Feldlerche oder Rebhuhn unverzichtbarer Lebensraum und Kinderstube, heißt es in einer Mitteilung. Ein Sperrzeitraum auf Stilllegungsflächen (1. April bis 15. Juli) schützt Wildtiere während ihrer Brut- und Aufzuchtszeit vor jeglichen Pflegemaßnahmen auf diesen Flächen.

Aktuell haben jedoch die Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg eine Initiative im Bundesrat gestartet, um den Sperrzeitraum abzuschaffen und eine jährliche „Mulchpflicht“ einzuführen. Bayern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen fordern die Verkürzung des Sperrzeitraums um einen Monat bis 15. Juni. Lediglich das Saarland hat sich bisher klar für eine Beibehaltung der bestehenden Regelung ausgesprochen.

In Deutschland gibt es rund 700.000 Hektar, die jedes Jahr aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen werden. Seit dem Jahr 2005 müssen Landwirte, die Prämienzahlungen erhalten, bestimmte Standards, so genannte Cross Compliance Auflagen, einhalten. Hierzu zählt auch die Instandhaltung von Flächen, die aus der landwirtschaftlichen Erzeugung genommen wurden, den sogenannten Stilllegungsflächen.

„Wenn der Bundesrat den Forderungen nachgibt, ist dies ein Todesurteil für abertausende von großen und kleinen Wildtieren. Der Erhalt des Sperrzeitraums auf Stilllegungsflächen ist das Mindeste, was wir tun müssen. Unsere Mulchmaschinen rasen heute mit bis zu 15 km/h über die Flächen und zerkleinern nicht nur den Pflanzenaufwuchs: Jungtiere haben ebenso wie Vogelmütter keine Überlebenschance“, so Haymo G. Rethwisch, Stifter und Vorstand der Deutschen Wildtier Stiftung.

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