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Südafrika kündigt Farm-Enteignungen an
Pressemitteilung vom 09.02.2006


Landwirte in Südafrika, die jahrelang keinen Kompromiss über die Rückgabe ihrer Farmen gefunden haben, könnten bald enteignet werden. Die Regierung will Ländereien weißer Farmer an einst vertriebene Schwarze geben.

Der südafrikanische Regierungsbeauftragte für Landfragen, Tozi Gwanya, hat umfangreiche Enteignungen weißer Farmer angekündigt. Die Rückgabe von Land an Schwarze im Norden und Osten des Landes komme seit Jahren kaum voran, begründete Gwanya den Schritt im südafrikanischen Hörfunk. Ab März würden Ländereien beschlagnahmt, mit deren Besitzern jahrelang kein Kompromiss für einen Verkauf gefunden werden konnte.

Künftig werde das Prinzip, wonach Land nur von verkaufswilligen Farmern übernommen werde, für Rückgabefälle nicht mehr gelten. Südafrikas Präsident Thabo Mbeki hatte bereits bei der Eröffnung des Parlaments am 3. Februar eine Überarbeitung der Landreform angekündigt. Die Regierung hatte sich verpflichtet, Schwarze, die während der Apartheid-Zeit von ihrem Land vertrieben worden waren, zu entschädigen oder ihnen ihr Land zurückzugeben.
Seit dem Ende der Apartheid 1994 wurden zwar 62.000 der 79.000 Rückerstattungsfälle gelöst. Bei den noch unerledigten Fällen handelt es sich jedoch um riesige Flächen. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2007 über alle Gesuche zu entscheiden. Bis 2014 sollen sich zudem 30 Prozent des landwirtschaftlich nutzbaren Bodens im Besitz von Schwarzen befinden. Derzeit verfügen Weiße in Südafrika über etwa 85 Prozent der Agrarfläche.
Die südafrikanischen weißen Farmer forderten unterdessen einen Kompromiss. Jeder wolle eine gerechte Verteilung des Landes, sie müsse aber auch fair vonstatten gehen, sagte eine Vertreterin des Farmerverbandes Agri South Africa. Farmer dürften nicht dafür bestraft werden, dass sie faire Preise für ihre Grundstücke wollten.
Südafrika hat immer betont, nicht dem Beispiel des Nachbarn Simbabwes folgen zu wollen. Bei der umstrittenen Landreform unter Simbabwes Präsidenten Robert Mugabe waren Tausende Farmen aus weißem Besitz beschlagnahmt und an Schwarze vergeben worden. (nz)

Quelle: nz.de/ausland

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