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Wissenschaft
Bessere Organe von Schweinen?
Geklonte Tiere liefern Transplantate ohne störenden Gewebefaktor
Pressemitteilung vom 06.02.2003


dpa. Bei der Züchtung von Schweinen, die sich als Organspender für den Menschen eignen könnten, haben amerikanische und schottische Tierärzte wichtige Fortschritte erzielt. Wie fast alle anderen Säugetiere besitzen auch Schweine zelluläre Oberflächenstrukturen, deren Zuckerketten mit eigener Galaktose enden. Da diese Galaktose beim Menschen fehlt, antwortet sein Immunsystem mit Abwehrreaktoren. Die Tierorgane werden schnell abgestoßen. Vor einem knappen Jahr ist es gelungen, bei Schweinen eines der beiden Gene auszuschalten, die für das Anhängen der Galaktose zuständig sind. Nun haben Forscher von PPL Therapeutics in Blacksburg/Virgina und andere Wissenschaftler sogar Tiere gezüchtet, bei denen beide Gene inaktiv sind. Im Prinzip hätte man Tiere, bei denen nicht nur eine, sondern beide Kopien des Gens inaktiv sind, durch Kreuzung gewinnen können. Doch da den Forschern zunächst nur weibliche Schweine zur Verfügung standen, griffen sie auf die Technik des Klonierens zurück, um zu reinerbigen Tieren zu kommen. In den für die Experimente verwendeten Bindegewebszellen versuchten sie zunächst das noch intakte Gen gentechnisch auszuschalten. Wie aus einem Bericht in der Zeitschrift „Science“ hervorgeht, zeigte sich indessen, dass das zweite Gen beim experimentieren durch eine spontane Mutation inaktiviert wurde.
Zur Selektion von Zellen, in denen beide Enzym-Gene inaktiv waren, nutzten die Forscher ein Toxin des Bakteriums Clostridium difficile. Dieses benutzt den entscheidenden Galaktoserest als Rezeptor. Zellen, die Oberflächenstrukturen mit der endständigen Galaktose bilden, gehen daher zugrunde, während Zellen ohne diese Besonderheit überleben. Die Forscher sind überzeugt, dass die Kombination von Selektion und Klonierung viel schneller zu homozygoten Tieren führt als klassische Kreuzungsversuche. Sie wollen untersuchen, ob Primatenaffen und der Mensch, deren Gewebe die endständige Galasktose nicht aufweisen, transplantierte Organe und Gewebe der genmanipulierten Schweine tolerieren.

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