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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
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Tanneberger: Keine Häme über BSE-Fall in Großbetrieb

08.02.2001
Dresden. VDL-Präsident Dieter Tanneberger erklärte gegenüber der Presse, dass es im Deutschen Landwirteverband keine Häme über den BSE-Fall in Saalhausen gäbe. „Es kann jeden Rinderhalter treffen, gleich in welcher Rechtsform er wirtschaftet.“ Der VDL könne aber nicht umhin darauf hinzuweisen, dass sowohl DBV-Präsident Gerd Sonnleitner, als auch der Chef des Sächsischen Bauernverbandes (SLB), Frank Rentzsch, noch vor wenigen Wochen erklärt hatten, dass alle bis dahin aufgetretenen BSE-Fälle in kleinbäuerlichen Betrieben aufgetreten seien und nicht in Großanlagen, was einer Rechtfertigung der industriellen Massentierhaltung gleich gekommen sei. Keine falsche Solidarität Der VDL werde sich auch nicht an Demonstrationen und Blockaden mit dem SLB gegen die beabsichtigte Herdentötung des Freitaler Großbetriebes beteiligen. Wenn das per Eilverordnung zu verabschiedende BSE-Bekämpfungsgesetz durch den Bundestag sei, gäbe es eine klare Rechtsverordnung, gegen die der VDL nicht rebellieren und zu Demonstrationen aufrufen werde. Tanneberger erklärte, dass sein Verband für den durchaus nicht unwahrscheinlichen Fall eines BSE-Falls in einem bäuerlichen Familienbetrieb in Sachsen zu Solidaritätsaktionen aufrufen werde. Nicht betroffene Bauern würden dann Tiere und Geld spenden, um den Bestand wieder aufbauen zu helfen. Tanneberger wies auch darauf hin, dass bei BSE-Fällen Arbeitnehmer in juristischen Agrarbetrieben über die Arbeitsämter oder über staatliche Konkursausfallgelder abgesichert seien, während Familienbetriebe sich in voller Haftung befänden. „Auch in der BSE-Krise zeigt sich: Bauer ist nicht gleich Bauer. Der Melker oder Viehpfleger in einem LPG-Nachfolgebetrieb ist nur Lohnarbeiter und kein unternehmerisch haftender Landwirt.“ Noch nie so viel Hoffnung Zur neuen Agrarpolitik der rot-grünen Regierung sagte Tanneberger, es habe in den 10 Jahren seit der Wiedereinrichtung bäuerlicher Betriebe im VDL noch nie soviel Hoffnung auf eine agrarpolitische Wende gegeben wie heute. Er begrüßte den geplanten Wegfall bzw. die Einschränkung der Bullen- und Silomaisprämie. Die Einführung einer Grünlandprämie und einer Prämie für Ackerfutter wie Rotklee und Luzerne sei ein wichtiger Schritt gegen die Benachteiligung der Grünlandstandorte. Am wichtigsten sei aber die Bindung der Tierhaltung an die bewirtschaftete Fläche. Allerdings sei für die flächenstarken Großbetriebe, mit Tausenden von Hektar, die vorgesehenen zwei Großvieheinheiten je Hektar als Obergrenze für die Förderung noch viel zu hoch. Die Kostendegression bei den Verfahrenskosten, Maschinenkosten, Gebäudekosten und Arbeitskosten sei bei Betriebsgrößen über 500 Hektar LN eindeutig bewiesen. Daher müsse bei Großbetrieben noch stärker gekürzt werden. Gerade diese würden vermehrt Arbeitskräfte entlassen bzw. würden sich LPG-Nachfolger über Beschäftigungsgesellschaften Traktoristen und Viehpfleger vom Arbeitsamt für 2 Jahre bezahlen lassen, was einem Familienbetrieb selbstredend verwehrt bleibe. ches Beispiel. Es gibt offensichtlich für den Erreger eine bestimmte Empfänglichkeit. Die Katze erkrankt, während beim Hund keine Infektionen bekannt geworden sind. Es ist eben außerordentlich schwierig, mit diesem Erreger umzugehen.

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