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Leserbrief zu
Bodenreform war „eine rein deutsche Angelegenheit“
Pressemitteilung vom 05.02.2009


Als ich Ihren Artikel las, da habe ich mit dem Gedanken gespielt, Ihr Blatt abzubestellen. Hier ist unkritisch versucht worden, Vergangenheit aufzuarbeiten. Vermutlich von einem, der die Zeit nicht unmittelbar mit erlebt hat. Wer die Zeit vor Ort erlebt hat, der kann sich der Meinung nicht anschließen, dass dies eine rein deutsche Angelegenheit gewesen wäre. Zu viele Parallelen zur russischen Geschichte sind hierzu bekannt. Unbestritten kann bleiben, dass sich Deutsche gefunden haben, diese Vorhaben durchzusetzen. Aber ohne die sehr präzisen Vorgaben der Russen wäre dies in der damaligen Zeit nicht durchführbar gewesen. Hierzu waren die Organisationsstrukturen überhaupt nicht vorhanden. Andere Meinungen wurden von vornherein systematisch unterdrückt. Ich denke nur an die – bei einer späteren Wahl veröffentlichte Wahlwerbung der CDU: „Lieber Bauer ohne Kuh, wähle Du die CDU“. Jetzt den Versuch zu machen aus dieser Geschichtsfälschung ein Kapital für die Rehabilitierung und Wiedergutmachung nach der Wiedervereinigung zu machen, läuft an den geschichtlichen Abläufen völlig vorbei. Eine solche Geschichtsklitterei darf nicht hingenommen werden. Sie sollte auch in Ihrer Zukunft keinen Platz finden.

Die Einzelheiten des Protokolls sind interessant und verdienen veröffentlicht zu werden. Weil sie Brutalität spiegeln, mit der damals vorgegangen wurde. Aber wer das Protokoll aufmerksam liest, der wird feststellen, wie pedantisch sich der Landrat an die Vorgaben höherer Stellen berufen hat, und dazu gehörten auch die Russen.

Claus von Arnim, Sande

Anmerkung der VDL-Redaktion:
Der geschätzte Autor des Leserbriefs ist zweifelsfrei wie alle 45/49-Enteigneten, durch SMAD-Befehl der sowjetischen Besatzungsmacht verfolgt, enteignet und vertrieben worden – das aber auf Wunsch, mit Beihilfe und durch örtlichen Vollzug der KPD/SED-Genossen. Da aber „unser-aller-Kanzler-Kohl“ vor dem Bundestag behaupten durfte, die Enteignung sei ausschließlich durch die Sowjets erfolgt und stünde der Wiedervereinigung bei Aufhebung entgegen, ist zumindest in diesem Protokoll des Landrats Albrechts, die Rolle der deutschen Kommunisten dokumentiert und, insofern, tatsächlich „Geschichtsklitterei“ anderer Art nach der Wende betrieben worden. Entlarvend die zitierte Äußerung: „Lieber Bauer ohne Kuh, wähle Du die CDU“ - den Blockflöten ins Stammbuch!


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