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Früherer DBD-Chef zum CDU-Chef gewählt
2 Stimmen Vorsprung für Ulrich Junghanns in Brandenburg
Pressemitteilung vom 02.02.2007


Angela Merkel lobte die Politik ihrer Partei in Bund und Land, rief zur Geschlossenheit auf und fand herzliche Worte für den abtretenden Parteichef Jörg Schönbohm. Auf das einzige Thema, das die 227 Delegierten des Parteitages der Brandenburger CDU wirklich interessierte – die Wahl des neuen Parteivorsitzenden ging sie nur mit einer Mahnung kurz ein: „Denken Sie bei Ihrer Entscheidung erst an das Land, dann an die Partei und dann an die Person.“

Die heutige CDU-Bundesvorsitzende und Bundeskanzlerin hielt sich aus der Schlammschlacht, die seit Monaten in der märkischen Union tobte, heraus. Aus eigener Erfahrung weiß sie, wie unberechenbar die Landespartei ist – fiel sie doch in den 90er-Jahren selbst einmal mit ihrer Kandidatur als Landeschefin durch. Vier Stunden später stand der neue Chef der Brandenburger CDU auf dem Parteitag in Frankfurt/Oder fest: Ulrich Junghanns, Wirtschaftsminister und Kandidat seines Vorgängers Jörg Schönbohm. Er setzte sich in der „Schlangengrube“, wie die CDU in Brandenburg von Beobachtern auch genannt wird, mit dem knappsten aller Ergebnisse von 50,2 Prozent (112 zu 110 Stimmen) gegen seinen Konkurrenten, dem einstigen Generalsekretär Sven Petke, durch.

Das Ergebnis zeigt, wie tief die märkische Union seit einigen Monaten gespalten ist. Die Auseinandersetzungen begannen, nachdem im September Vorwürfe gegen Petke auftauchten, er habe den kompletten E-Mail-Verkehr des Parteivorstandes überwacht. Einen Tag, nachdem Parteichef Schönbohm seinen ehemaligen Ziehsohn als Generalsekretär entlassen hatte, kündigte dieser seine Kandidatur als Vorsitzender an. Seitdem tobte der Machtkampf mit Intrigen, Angriffen unter der Gürtellinie mit harten Bandagen.

Der 1956 in Gera geborene Junghanns lernte Pferdewirt in Moritzburg, trat 1974 in die Blockpartei Demokratische Bauernpartei (DBD) ein, die ihn an die Verwaltungs-Fachschule Weimar delegierte. Der für den Aufstieg in der Blockpartei auserwählte hatte offenbar das Vertrauen der DDR-Oberen und erwarb an der SED-Akademie für Staat und Recht in Potsdam den Titel eines Diplomstaatswissenschaftler. Seit 1982 bis zur Wende nahm er in der DBD verschiedene Parteifunktionen war. 1990 wurde er Erster stellvertretender Vorsitzender, dann amtierender Vorsitzender der DBD und im September 1990, nach dem Zusammenschluß der DBD mit der CDU Mitglied der CDU. Er war heftigen Anfeindungen durch die Brandenburger Privatbauernverbände ausgesetzt, die seine Karriere als „Blockflöte“ in der Ost-CDU jedoch nicht verhindern konnten. Seit 2002 ist er Minister für Wirtschaft des Landes Brandenburg und war von 1998 bis 2002 Unternehmer als Geschäftsführender Gesellschafter der Greenway Systeme GmbH Frankfurt (Oder), Tätigkeitsfeld: Verkehrstelematiksysteme.

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