• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
zurück

Kritik am Entwicklungsplan für den ländlichen Raum
Angriff auf die Öko-Betriebe in Sachsen
Mitgliedschaft in einem Öko-Verband soll nicht mehr zwingend sein
Tausende Hektar große LPG-Nachfolger zerstören den Öko-Markt
Pressemitteilung vom 05.02.2004


Dresden. Der Vorstand des VDL Sachsen hat am 26.Januar in einem Verbände- Gespräch im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) Kritik geübt am Änderungsantrag 2004 zum Entwicklungsplan für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen (2000-2006). Seitens des VDL trugen die Wiedereinrichter und Vizepräsidenten des Verbandes: Wolfgang Reichel, (Erzgebirge), Antonius Rebisch (Oberlausitz) und Dr. Manfred Probst (Mittelsachsen) die Verbandspositionen vor.

Beabsichtigte Änderungen
So soll die bisherige erste Zuwendungsvoraussetzung im Ökologischen Landbau gestrichen werden, nach der jeder Landwirt, der nach den Regeln des Programms Ökologischer Landbau wirtschaftet, zwingend Mitglied in einem vom Freistaat Sachsen anerkannten Erzeugerverband sein muss.
Damit soll offensichtlich der „Ökologische Landbau“ für Sachsens Großbetriebe geöffnet werden. „Der größte Öko-Betrieb bewirtschaftet in Sachsen über 1200 Hektar als Lohnarbeitsunternehmen“, rühmte MdL Dr. Eberhard Lippmann in CDU-direkt 12/03. „Ökologische Bewirtschaftung ist high-tech und hat mit Folklore nichts zu tun, wie gelegentlich Grüne und andere Amateurlandwirte zu verbreiten versuchen“, so der langjährige Vorsitzende des Agrarausschusses im Sächsischen Landtag an die Öko-Branche in Sachsen.
Die strengen Regeln der Öko-Verbände werden unterlaufen, so der VDL-Vorstand. Es wird eine Zwei-Klassen-Landwirtschaft in der Öko-Szene geschaffen, eine mit und eine ohne Mitgliedsausweis.

Großerzeuger als Trittbrettfahrer
Zum zweiten soll die Umstellungsprämie ab dem zweiten bzw. dritten Jahr im Teilprogramm „Umweltgerechter Ackerbau“ erhöht werden. Der VDL sieht das nicht als notwendig an und auch nicht als fair gegenüber den Alt-Ökos, die über ein Jahrzehnt mit geringeren Einstiegsprämien zurecht kommen mussten. Eine Erhöhung der Umstellungsprämien im Ackerbau würde Großerzeuger als Trittbrettfahrer mit ins Öko-Boot holen, die mit ihren Produktmengen den Markt überschwemmen und die Preise noch mehr aus dem Ruder laufen lassen würden, so die Befürchtung der Öko-Betriebe im VDL. Die Öko-Betriebe erzielen schon jetzt beim Getreideabsatz kaum auskömmliche Preise.

Alt-Ökos befürchten Ruin
Negativ betroffen wären dabei insbesondere die flächenarmen Alt-Ökos, die sich bisher echt am Markt bewähren mussten, die den Markt erst aufgebaut haben und durch sinkende Preise ruiniert werden würden. Die Mitnahmeeffekte durch Großbetriebe würden zudem dem Ruf der Öko-Branche negativ angelastet.
Die Streichung des Zwangs zur Verbandsmitgliedschaft in einem Öko-Verband lehnt der VDL daher ab. Wenn etwas dem Öko-Image schadet, so sind es die bekannten Skandale durch die Verletzung der Erzeugerrichtlinien. Kein Öko-Bauer würde seine eigene wirtschaftliche Existenz leichtfertig aufs Spiel setzen.

Die Verbandskotrolle als eine Art sozialer Kontrolle in den eigenen Reihen, wird von unabhängigen Kontrollstellen durchgeführt. Wer hier bisher ausscherte, wurde aus dem Verband ausgeschlossen und ging auch der Ökoprämien verlustig. Die Verbandsmitgliedschaft und -kontrolle war bisher das wichtigste Instrument, eine saubere Produktion sicherzustellen. Der VDL erwartet, dass das SMUL diese geplanten Änderungen zurück nimmt.

zurück