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Höhn: Rinderzahl drastisch verringern / Grünlandprämien einführen / Futtermaisprämien senken / Umverteilung


01.02.2001
Die nordrhein-westfälische Landwirtschafts- und Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) hat die EU aufgefordert, umgehend ihren neuen Kurs in der Agrarpolitik anzusteuern. „Wir müssen schnell handeln“, sagte Höhn vorige Woche in Brüssel. Frau Höhn will bei EU-Agrarkommissar Franz Fischler erreichen, dass die Rinderbestände in der EU drastisch verringert werden. Entschädigungen für BSE-betroffene Bauern könnten an eine Senkung ihrer jeweiligen Viehstückzahlen gekoppelt werden, sagte Höhn. Außerdem will sie die EU-Prämien für Futtermais senken, um die Vergütungen für die Bewirtschaftung von Grünlandweiden zu erhöhen. Dies begünstige Bauern, die über größere Weideflächen für ihre Tiere verfügten, also in der Regel naturnäher produzierten. Für diese beiden Initiativen benötigt Berlin jedoch in Brüssel die Unterstützung aller 14 EU-Partner. Die wiederum gilt als fraglich, auch wenn Frau Höhn nach eigenen Angaben ein BSE-bedingtes Umdenken in vielen EU-Staaten ausgemacht hat. Auch rein national könne Deutschland eine Menge tun, ist die Ministerin überzeugt. Tatsächlich bietet die EU-Agrarpolitik derzeit einigen Spielraum, die landwirtschaftliche Produktion an Umwelt und Gesundheitsschutzstandards eng zu knüpfen. Dies soll in Deutschland mit der Formulierung der so genannten „guten fachlichen Praxis“ in den Förderbestimmungen erreicht werden. Wer diesen Standards später nicht genügt, „verliert den Anspruch auf Förderung“, erklärte Höhn. Außerdem existierten bereits Vorschläge, wie zu Lasten großer, gewinnstarker Betriebe die EU-Förderung an kleinere Betriebe umgeleitet werden könnte. Bedingung sei jedoch auch für kleine Höfe, dass sie naturnah produzierten. „Binnen ein bis zwei Jahren“ könnten diese Schritte in allen Bereichen vollzogen sein. Bei Agrarkommissar Fischler dürfte Höhn Zustimmung finden. Fischler selbst plant offenbar eine Generalüberholung der EU-Agrarpolitik schon für dieses Jahr.

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