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Der Bankrott des CDU-Agrarsprechers
Insolvenzverfahren gegen LPG-Gesellschaft des Dr. Jahr / VDL fordert Rück-tritt vom Amt des agrarpolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion
Pressemitteilung vom 17.02.2000


Dresden/VDL. Über das Vermögen der "Justus v. Liebig" Agrar GmbH (HR Chemnitz, Akz.: B 9094), Hauptstraße 15, 09249 Taura, vertreten durch den Liquidator Dr.Peter Jahr u.a., wurde am 01.02.2000, 20.00 Uhr das Insolvenzverfahren eröffnet. Insolvenzverwalter ist Rechtsanwalt Joachim Schneider, Tatzend-Prommenade 2a, 07745 Jena. Insolvenzforde-rungen sind bis zum 28.02.2000 beim Verwalter schriftlich anzumelden. Leistungen an den Schuldner haben zu unterbleiben. Als Berichtstermin, Termin zur Beschlussfassung über ei-nen Gläubigerausschuss und den Verfahrensfortgang wird Dienstag, den 14. März 2000, 10.00 Uhr im Gerichtsgebäude Fürstenstraße 21, Chemnitz, Saal 027, angesetzt.

Oft absichtlicher Konkurs
Der Präsident des Verbandes der privaten Landwirte und Grundeigentümer Sachsen (VDL), Dieter Tanneberger, bezeichnete den wirtschaftlichen Bankrott des LPG-Chefs auch als politi-schen Bankrott. Er forderte die CDU-Fraktion auf, "den agrarpolitischen Sprecher der CDU im Sächsischen Landtag von seinem Amt unverzüglich abzuberufen". Es sei auch der Bank-rott einer LPG-Agrarpolitik in Sachsen, für die Jähnichen stand und die in Dr. Jahr ihre Perso-nifizierung fand. Tanneberger warnte vor der zunehmenden Tendenz, dass Geschäftsführer und ihre Clans private Landwirtschaftsbetriebe gründen, LPG-Landpachtverträge auf sich um-schreiben ließen und die LPG-Nachfolgegesellschaft bewußt in die Liquidation bzw. in den Anschlußkonkurs führten. Die Absicht erscheine klar: Wenn die Flächen dem LPG-Unternehmen entzogen werden, sinken die Gebäude und Anlagen im Verkehrswert und wer-den dann mangels anderer Bewerber zu Niedrigstwerten, oft samt Milchquoten an die ehema-ligen Vorsitzenden/Geschäftsführer veräußert. Die LPG-Altschulden lebten wieder auf und die Ansprüche der ehemaligen Mitglieder gingen mangels Masse ins leere. Genauso träfe es aber auch die Masse der kleinen Gesellschafter und Aktionäre, die im Konkursfall erst an letz-ter Stelle der Tabelle stünden. Das seien aber dann Fälle für die Strafjustiz, wie der Fall der Geithainer Agrargenossenschaft e.G. zeige.

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