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Bauernbund verteidigt Kürzungspläne der EU
Kleine Betriebe könnten sich mit Abbau der Direktzahlungen anfreunden
Pressemitteilung vom 31.1.2008


BERLIN - Die von der Europäischen Union geplanten Kürzungen der Agrarprämien, von denen vor allem Großbetriebe in Ostdeutschland betroffen wären, spalten die Bauernschaft in Brandenburg. Während der Landesbauernverband, in dem viele LPG-Nachfolgegesellschaften organisiert sind, heftig gegen die EU-Pläne protestiert, stellt sich der Bauernbund Brandenburg, dessen Mitglieder vor allem Familienbetriebe sind, hinter Brüssel. Man habe „nichts dagegen“, dass „den Dinosaurierbetrieben“ die Prämien gekürzt würden, sagte Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, der MAZ.

Nach Auffassung des Bauernbundes sind „Familienbetriebe wirtschaftlich am leistungsfähigsten“. Wenn die geplante Prämien-Degression dazu führen würde, dass große Wirtschaftsstrukturen aufbrechen und „neue selbstständige Betriebe“ entstehen, dann sei das nur zu begrüßen, sagte Jung. Durch die jetzigen Betriebsprämien würde dagegen nur der „Status quo zementiert“.

In der EU wird gegenwärtig diskutiert, die Direktzahlungen an Agrarbetriebe ab einer Höhe von 100000 Euro schrittweise zu kürzen. Bis zu 45 Prozent der Zahlungen könnten wegfallen. Auf einem Treffen mit EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel hatten kürzlich Vertreter des Landesbauernverbandes mit der Landesregierung ihre Bedenken diesen Plänen gegenüber geäußert. Das Potsdamer Agrarministerium sieht durch die Degression 8000 Jobs in der Landwirtschaft bedroht.

Diese Rechnung zweifelt Jung an: „Ich bin überzeugt davon, dass schon jetzt in der Landwirtschaft keine Person zu viel beschäftigt wird.“ Selbst wenn sich einige Betriebe verkleinern würden, „bliebe auch nach einer Degression keine anbauwürdige Fläche brach liegen“, so der Geschäftsführer. Dafür würde schon die stetig steigende Nachfrage nach Lebensmitteln und Bioenergie sorgen.

Jung schätzt, dass von den 250 Mitgliedern des Bauernbundes in Brandenburg etwa zehn bis zwanzig Höfe mehr als 100000 Euro EU-Prämien bekommen und somit von einer möglichen Kürzung betroffen wären. Aber selbst von denen gebe „es keinen Gegenwind“, meint Jung. So hatte in einer Veröffentlichung des Deutschen Bauernbundes der Brandenburger Vizepräsident Bringfried Wolter geäußert, dass ihn die „Degression empfindlich treffen“ würde. Allerdings würde er unter „uns paar Großen“ im Bauernbund „augenzwinkernd sagen: Diese Degression wird uns sicher nicht umbringen, schon gar nicht bei den Preisen, die wir letztes Jahr erzielen konnten“. Die gute Entwicklung der Landwirtschaft locke immer mehr Investoren an, „die nichts mit der Landwirtschaft zu tun haben“, so Jung. Diesen Kapitalanlegern kämen die Agrarprämien zugute. Auch vor diesem Hintergrund sei es wichtig, die Zahlungen zu kürzen.

Quelle: www.maerkischeallgemeine.de

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