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Bodenreformopfer und Neubauern-Siedler sind verzweifelt
Pressemitteilung vom 27.01.2005


Der Rechtsstreit um die Entschädigung von SBZ-Enteigneten und Neubauern-Siedlern geht in Straßburg in die letzte Runde. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg prüfte vergangenen Mittwoch erneut eine Klage 5 Betroffenen, die zur Gruppe von ca. 100.000 Bodenreform-Siedler-Erben gehören und von der BRD bisher mit keiner Summe entschädigt wurden. Die Neubauern hatten im Zuge der Bodenreform in der ehemaligen Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) 1945 Grundstücke erhalten. Sie oder ihre Erben wurden erst nach der Wiedervereinigung enteignet.

625.000 Rückgabeforderungen
Bund und Länder haben erst nach 1989 skrupellos große Teile des mitteldeutschen Bürgertums in Milliardenhöhe enteignet. In einem Brief aus dem Bundesfinanzministerium an das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2000 werden 625.000 Rückgabeforderungen von Privateigentümern festgestellt, die in der SBZ von 1945 bis 1949 enteignet wurden. Große Teile des mitteldeutschen Bürgertums, nahezu der gesamte Mittelstand wurde enteignet, vertrieben, eingesperrt und ermordet. Die Debatte auf ehemalige Großgrundbesitzer zu verkürzen, schlägt nun auf die Gesellschaft zurück. Sofort erfaßt wurden 1945/46 über 8.000 Eigentümer von Höfen, Gütern und Waldungen über 100 Hektar, bis 1949 Zehntausende Bauern unter 100 Hektar, alle kleinen Fabrikbesitzer: die großen sowieso. Tausende Handwerker, Gewerbebetriebe aller Art, Schlösser, Herrenhäuser, Villen, Kinos, Grundstücke, Mietshäuser u.v.a.m. – ihre Zahl ist Legion.

Der Kommunistenraub wurde in der BRD nicht rückgängig gemacht. Die gegenwärtige NPD-Debatte bereitet sogar einen Maulkorb allen jenen Kritikern mit der Drohung möglicher „Volksverhetzung“, die sich gegen die Eigentumsräuberei der BRD öffentlich zur Wehr setzen.

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