• Anschrift:
    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
    Dresdner Straße 46
    09526 Dittmansdorf
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Ohne Vertrauen kein Markt mehr
Bauerntribunal auf „Grüne Woche“: Bundesverband Deutscher Landwirte
fordert Entschädigung für existenzbedrohte Rinderzüchter – Bund und EU in Pflicht nehmen


25.01.2001
Einen spektakulären Auftritt hatte der Bundesverband Deutscher Landwirte (VDL) am Samstag auf der Grünen Woche. Über 100 Bauern aus dem Neuen Bundesländern waren gekommen, um ein Bauerntribunal abzuhalten (WS berichtete). Der Wochenspiegel Freiberg sprach mit Verbandsvorsitzenden Dieter Tanneberger.

Wochenspiegel:Was wollten Sie erreichen?

Tanneberger: Die BSE-Krise bedroht viele Existenzen. Deshalb fordern wir 6000 Mark pro Tier eines betroffenen Bestandes als Entschädigung. Das sind 4000 Mark mehr als die Seuchenkasse zahlt.

Wochenspiegel: Woher soll das Geld kommen?

Tanneberger: Hier sind EU und Bund gefragt. Die Regierung hat lange genug von BSE gewusst. Trotzdem sind die Importverbote aufgehoben worden. Die BSE-Krise trifft nun mal die Bauern besonders. Doch mit der Tötung eines Tieres, verliert er nicht nur dieses, sondern den ganzen Bestand. Außerdem bräuchte er bei einem Neuanfang mindestens drei Jahre, bis die Zucht wiedersteht und die Kälber ausgewachsen sind. Eine Garantie damit BSE-frei zu sein hat er dann aber auch nicht. Gleichzeitig sind drei Jahre Milchausfall zu entschädigen. Was uns bis jetzt geboten wird, ist nur eine Konkursvariante. Wir stimmen der neuen Landwirtschaftministerin Künast zu, die ökologische Landwirtschaft stärker zu fördern, sich von der Massentierhaltung und der industriellen Landwirtschaft abzukehren und strenge Qualitätssiegel einzuführen. Nur so können wir das Vertrauen der Verbraucher und damit unseren Markt zurückgewinnen.

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