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Friedrich Graefe zu Baringdorf nicht mehr im EU-Parlament
Pressemitteilung vom 29.01.2009


Auf dem Wahlparteitag letztes Wochenende in Dortmund ist Friedrich-Wilhelm Graefe zu Baringdorf nicht mehr für die Europawahlen am 7. Juni aufgestellt worden. Der frühere Vorsitzende des Agrarausschusses im Europäischen Parlament verlor die Kampfabstimmung gegen Martin Häusling. Häusling ist wie Graefe zu Baringdorf Biobauer und kommt aus Nordhessen.

Graefe zu Baringdorf war offenbar seit längerem bei den Bündnis-Grünen in Ungnade gefallen. Bereits im September habe nicht einmal ein Viertel der Grünen in NRW für den Öko-Landwirt aus Spenge bei Herford gestimmt, berichtete damals die taz.

Seit 1984 sei der heute 65-jährige im Europaparlament, das reiche, so die Mitglieder des Landesverbandes. Er sei mittlerweile abgehoben, lasse sich nicht mehr im Kreisverband sehen und engagiere sich nur noch für die AbL, zitierte die Zeitung andere enttäuschte Parteimitglieder.

Wie die taz weiter erfahren haben will, zahle Graefe zu Baringdorf auch keine erhöhten Mitgliedsbeiträge, wie sonst üblich, sondern finanziere damit seinen Biohof. Dies sei mit der Parteiführung abgesprochen, so seine Rechtfertigung. Die habe jedoch erklärt, dass diese Regelung bereits 1999 ausgelaufen sei und der Europaabgeordnete seitdem mehrfach abgemahnt wurde, heißt es in dem Artikel weiter. Nur verständlich, dass die Partei nun neue Gesichter nach Straßburg schicken will.

Erinnert sei auch an den Ausdehnungsversuch nach Sachsen. Hier hatte er sich zum Ziel gestellt, den Verband der privaten Landwirte und Grundeigentümer Sachsen e.V. (VDL) Konkurrenz zu machen. Dafür erkor er sich ein ehemaliges VDL-Mitglied, scheiterte aber an beitrittsunwilligen Landwirten.

Umstritten war auch sein Vorschlag, die Brüsseler Agrarförderung an vorhandene Arbeitsplätze zu binden. Der VDL war deshalb gegen dieser Art der Alimentierung, da die großen LPG-Nachfolger mit immer noch aufwendig vielen Arbeitskräften quasi EU-geförderte ABM zusätzlich erhalten würden.

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