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Biotechnologie
Hühner als Arzneimittelfabriken
Pressemitteilung vom 25.01.2007


Krebsmittel könnten künftig Kosten sparend aus Hühnereiern produziert werden. Britische Forscher haben genetisch veränderte Hühner gezüchtet, deren Eier Proteine enthalten, die gegen Hautkrebs, Tumoren und Viren eingesetzt werden können.

Washington - Forscher am britischen Roslin-Institut bei Edinburgh haben Legehennen gentechnisch so verändert, dass sie begehrte Arzneistoffe im Eiweiß herstellen. Die Gen-Hennen legen Eier mit Proteinen, die etwa gegen Krebs oder Viren eingesetzt werden könnten und bislang aufwendig im Labor produziert werden müssen. Laut BBC enthält ein Teil der Eier den für eine Behandlung von Hautkrebs verwendbaren Antikörper miR24. Andere Eier enthielten menschliches Interferon b-1a, mit dem die Reproduktion von Viren in Zellen verhindert werden kann.

Bis die Gen-Hühner für die Arzneimittelherstellung genutzt werden können, dürften aber noch wenigstens fünf bis zehn Jahre vergehen, berichten die Forscher um Helen Sang in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften („PNAS“; online vorab veröffentlicht).

Die Idee, Tiere als „Biofabriken“ zu nutzen, ist nicht neu. In anderen Laboren wurden bereits Kühe, Schafe und Ziegen gezüchtet, die Eiweißstoffe und Moleküle für die Medizin in ihrer Milch liefern. Sang weist jedoch darauf hin, dass Hühnereier schneller und leichter zu produzieren und pharmakologisch zu nutzen sind als etwa Kuhmilch.

Die Forscherin arbeitet seit 15 Jahren an dem Projekt und hat bisher 500 genetisch modifizierte Hühner gezüchtet. Ihre Gruppe schleuste in das Gen für Ovalbumin, das mehr als die Hälfte des Eiweißes ausmacht, etwa die Bauanleitung für das Protein miR24 ein, einen Antikörper mit Potenzial für die Hautkrebsbehandlung. Andere Hühner produzieren das Protein Interferon-Beta-1a, das die Vermehrung von Viren im Körper eines Patienten bremst.

Am Roslin Institut war vor zehn das Klon-Schaf Dolly entstanden. Der ehemalige Chef von Sangs Gruppe, Ian Wilmut, der als einer der Schöpfer des Klonschafs gilt, hat die Arbeit von Sangs Team selbst bei „PNAS“ eingereicht. Er habe aber keinerlei Vorteile von der Veröffentlichung, betont Wilmut in der üblichen Erklärung zu Interessenkonflikten in „PNAS“.

Quelle: dpa/afp am 15.01.2007

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