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    Bundesverband
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Ziegenhaltung hat Zukunft
Pressemitteilung vom 23.01.2003


Ziegenhaltung wird wieder populär. Im Voralpenland haben bereits um die 100 Landwirte ihre Betriebe umgestellt, denn gerade für kleinere Betriebe kann Ziegenhaltung die bessere Alternative zur Milchkuhhaltung sein. Und die Molkereien in Andechs und Wasserburg vermarkten schon seit einigen Jahren Produkte aus Bio-Ziegenmilch mit großem Erfolg.

Die Milch
Ziegenmilch unterscheidet sich nicht nur im Geschmack von Kuhmilch, sie hat auch doppelt so viel Vitamin A und viermal so viel Vitamin D. Eine andere Eiweißstruktur macht die Milch dieser Tiere außerdem besonders bekömmlich. Die Molkerei zahlt im Schnitt rund 70 Cent für den Liter Milch, im Winter mehr, im Sommer weniger. Bei ungefähr 50 Cent Produktionskosten ist das ein fairer Preis.

Das Fleisch
Meist sind es männliche Kitze, die bereits im Alter von 12 Wochen ihr Leben lassen müssen. Das Fleisch ist dann besonders zart und fettarm. In südlichen Ländern gilt es als Delikatesse, bei uns ist es bisher noch wenig bekannt. Ein Kilogramm Ziegenfleisch kostet etwa elf Euro. Darunter darf der Preis nicht fallen, denn bis ein Kitz geschlachtet werden kann, kostet es den Landwirt schon rund 100 Euro.

Die Fütterung
Die Fütterung der Ziege ist allerdings ein Kapitel für sich. Sie ist ein Nascher, so wie das Reh wandert sie von einer Knospe zur anderen und sucht sich das beste Futter. Ziegen wollen einen abwechslungsreichen Speiseplan und mindestens dreimal am Tag gefüttert werden. Mit Einheitsfutter lässt sich keine gute Milchleistung erzielen. So bekommen die Tiere außer Getreide und Gras-Pellets noch Gelbe-Rüben-Schnitzel, Heu und Silage.

Die Zucht
Wer Ziegen züchten will, muss nicht nur auf äußere Zuchtkriterien, wie die Beschaffenheit der Zitzen, oder auf die Milchleistung achten. Auch der so genannte CAE-Virus bereitet Ziegenhaltern weltweit ein Problem. Das Virus verursacht Gelenkentzündungen, die geschwollenen Gelenke sind das einzige optische Zeichen für die Erkrankung. Für den Menschen stellt das Virus zwar keine Gefahr dar, aber bei den Tieren führt die Immunschwäche über kurz oder lang zum Tod.

Das CAE-Virus
Der bayerische Ziegenzuchtverband unterstützt daher Landwirte, die züchten wollen. Der Bestand wird insgesamt drei mal im Abstand von einem halben Jahr untersucht. Lässt sich bei keinem der Tiere der Virus nachweisen, kann der als CAE-unverdächtig verkauft werden. Reagiert allerdings ein Tier positiv, muss der Betrieb mit den Untersuchungen wieder von vorn beginnen.

Quelle: www.br-online.de

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