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Flath will nun nur noch ein Pilotprojekt
Pressemitteilung vom 23.01.2003


Nachdem Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Steffen Flath (CDU) auf der Internationalen Grünen Woche für eine Mehrgefahrenversicherung keine Unterstützung durch die Bundesregierung erhalten hat – Staatssekretär Gerald Thalheim (SPD) hatte ihm heftig widersprochen - will der Agrarminister nun wenigstens ein sächsisches Pilotprojekt in der Oberlausitz auf den Weg bringen und finanziell fördern.
Thalheim hatte erklärt, die Mehrgefahrenversicherungen für das Risikomanagement in der Landwirtschaft müsse sehr genau geprüft werden. Die Bundesregierung halte es nicht für sinnvoll, zum jetzigen Zeitpunkt eine mit Subventionen finanzierte nationale Mehrgefahrenversicherung für die Landwirtschaft aufzubauen. Vor- und Nachteile müssten dabei sehr genau abgewogen werden. Er machte darauf aufmerksam, dass das heutige agrarpolitische Instrumentarium – insbesondere die Flächenprämie – bereits risikomindernd wirke. Hinzu komme, dass eine Vielzahl weiterer rechtlicher, inhaltlicher und finanzieller Fragen auf nationaler wie europäischer Ebene noch nicht geklärt sei. Insbesondere sei zu vermuten, dass nur ein Teil der Landwirte die Risikovorsorge in Anspruch nehmen werde. Wegen fehlender Versicherungspflicht wäre dann weiterhin Ad-hoc-Katastrophenhilfe für nicht versicherte Landwirte erforderlich. Zudem sei zu bedenken, dass wichtige Risiken, wie etwa Hochwasserschäden, nach den Vorstellungen der Versicherungswirtschaft nicht erfasst und damit weiter nicht versicherbar wären.

Diese Intentionen träfen genau die Vorstellungen des VDL, so Verbandspräsident Dieter Tanneberger auf der Grünen Woche in einem Gespräch mit Thalheim. Der VDL sieht in dem Vorstoß von Flath eher eine staatliche Assekuranz für die großstrukturierten LPG-Nachfolger.

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