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Leipziger Messedoppel TerraTec und enertec zeigt rentable Gewinnung von Biogas in Agrarbetrieben
Pressemitteilung vom 18.01.2007


Erneuerbare Energien entwickeln sich in Sachsen "mehr und mehr zum Wachstumsmarkt und Jobmotor", betonte jüngst Fachminister Stanislaw Tillich. Die jährliche Zuwachsrate betrage über zehn Prozent. Zweitgrößter Arbeitgeber ist nach der Photovoltaik-Branche der Bereich der energetischen Nutzung von Biomasse. Biomasse wird in Sachsen derzeit in 213 Anlagen energetisch genutzt; weitere 50 Anlagen befinden sich in Planung oder im Bau. Damit hat sich allein die Verstromung fester Biomasse seit 2003 mehr als verdoppelt. Überdies speisen 54 Biogasanlagen Strom und teilweise auch Wärme in öffentliche sowie private Versorgungsnetze ein. Dass sich die zunehmend rentablere Gewinnung vor allem für Agrarbetriebe lohnt, das beleuchten mehrere Veranstaltungen auf dem Leipziger Messedoppel TerraTec und enertec, das vom 5. bis 8. März 2007 auf dem Leipziger Messegelände stattfindet.

Markus Reister, ein junger Landwirt aus Berkau im Norden Sachsen-Anhalts, hat vor zwei Jahren auf Grund mangelnder Nachfrage seine Milchkühe abgeschafft. 2006 baute er wieder auf einer Fläche 120 Hektar Mais an und silierte ihn anschließend. Grund: Der Landwirt mausert sich derzeit gleichzeitig zu einem Energiewirt. Im März geht eine neue Biogasanlage in Betrieb, an der er gleich dreifach verdient: als Verpächter des Landes, als Betreiber sowie als Lieferant für die Maissilage, die hier in einer Trockenfermentationsanlage zu Strom veredelt wird. Mit 6.000 Tonnen Mais hat er dazu bereits ein großes Silo aufgefüllt, berichtet er bei einer kleinen Rundfahrt durch die Baustelle am Berkauer Ortsrand, wo das Blockheizkraftwerk bereits steht.

"Das Ganze wird dann Bestandteil eines Biogasparks sein, zu dem sich insgesamt zehn Landwirte der Region mit der Dalkia Energie Service GmbH aus dem hessischen Neu-Isenburg zusammengetan haben", erläutert Reister. Jeder der zehn Bauern betreibe am Ende zu ähnlichen Konditionen eine Biogasanlage. Reister findet das Modell geradezu optimal. Dalkia, eine Tochter des französischen Veolia-Konzerns, agiert als Investor und Eigen-tümer, kümmert sich um Planung, Bau und Finanzierung und übernimmt zudem die Verantwortung in technischen und wirtschaftlichen Fragen.

Neben der Erzeugung von elektrischem Strom, der nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ins öffentliche Netz ein-gespeist und entsprechend vergütet wird, gibt es für den Biogaspark auch schon konkrete Pläne, wie sich gleich noch die nebenher erzeugte Wärme versilbern lässt. Wie der Landwirt erzählt, begann die Dalkia bereits mit den Arbeiten für ein Fernwärmenetz, mit dem Haushalte und Firmen der Region künftig kostengünstiger als über fossile Brennstoffe versorgt werden sollen. "Das hat Zukunft", schwärmt er.

Deshalb plant Reister mit einigen seiner Mitstreiter im März auch einen Besuch auf den Messen TerraTec und enertec. Denn über den Landesbauernverband hat er erfahren, dass sowohl im Ausstellungsbereich als auch im Fachprogramm dem Kapitel Biomasse und Ersatzbrennstoffe ein besonderer Schwerpunkt gewidmet ist.

So informiert beispielsweise das sächsische Agrar- und Umweltministerium interessierte Anlagenbauer, Landwirte, Energiekunden und weitere Nutzer ausführlich über Pläne, Perspektiven und Chancen in diesem Segment.

Biogasanlagen in Mitteldeutschand:

Sachsen Anhalt:
2006: 47 Anlagen am Netz (geschätztes Potenzial) von 400 bis 600 Anlagen
(Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Sachsen-Anhalt)

Thüringen:
2003: 32 Anlagen
2006: 57 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 19.500 kW versorgen 40.000 Haushalte, 30-50 Anlagen befinden sich gegenwärtig in Vorbereitung.
(Quelle: Ministerium für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt Thüringen)

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