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Die „Agrarier“ der Linkspartei und das Lügenmärchen von der Bodenreform
Von Prof.Dr. Bernd Rabehl
Pressemitteilung vom 18.01.2007


Im Osten verrotten die Dörfer, trotzdem ist die EX-SED so stark – warum?
In den Geheimverhandlungen, die unter der Obhut der Großmächte der Potsdamer Verträge standen und die zugleich zwischen den Experten der DDR und der Bundesrepublik geführt wurden, ging es darum, den Einigungsprozess nicht zu eskalieren oder zu „revolutionieren“. Es sollte nicht zu Aufständen oder zu Racheakten gegen bekannte Repräsentanten der SED oder des MfS kommen. Zugleich sollten rechtsradikale oder nationalkonservative Kräfte im Zaume gehalten werden.

Das Ziel war außerdem, die politische Klasse der DDR, die hohen Staats- und Parteifunktionäre, die Generäle aller Waffengattungen und „Dienste“ und die oberen Wirtschaftsmanager nicht großen Verfolgungen oder Gerichtsverfahren auszusetzen. Es sollte daran gedacht werden, diese „Klasse“ abzufinden und ihre jüngeren Vertreter als eigenständige Kraft einzuführen in die erweiterte „politische Klasse West“. Die Prozesse gegen Erich Honecker und Egon Krenz besaßen lediglich einen symbolischen Wert, sollten jedoch nicht die „Absprachen“ gefährden.

Gegen Krenz und Honecker nur symbolische Prozesse
Um eine diktatorische Staatspartei wie die SED in eine westliche Parlamentspartei umzuwidmen, waren Kapital und ein politisches Management nötig. Es wurde bedeutsam, Wählerschichten zu mobilisieren und den Einfluss auf die neuen Generationen nicht zu verlieren. Es war wichtig, Staats- und Regierungsverantwortung in den Städten und Ländern zu finden, um sich als „Interessenpartei“ zu festigen und um irgendwann auch im Bund so etwas zu erreichen wie Regierungsverantwortung.

Der Aufbau einer derartigen Partei verschlang Millionen und wurde finanziert über Immobilien und über das im Ausland angelegte Parteikapital. Es waren einige Hundert Millionen und half über die ersten Verpflichtungen hinweg. Die Staatsanwaltschaften der vereinigten Republik, die diese Gelder aufspüren sollten, kamen nicht weiter, und irgendwann verliefen die Nachforschungen im Sande.

„Junker“ wurden ausgeschaltet
Aus dem Parteivermögen wurden Kredite an treue „Genossen“ vergeben, die dadurch bei den Banken weiteres Geld schöpften und mittelständische Firmen in den Bereichen von Sicherheit, Kultur, Tourismus, Jugendarbeit, Medien usw. gründeten. Das war nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Viel wichtiger waren die Verhandlungen mit der Regierung Kohl und dem Deutschen Bauernverband.

Eine Landreform wollte auch die westliche Seite vermeiden, um nicht die alten „Junker“ und Großbauern in ihr Eigentum zu bringen. Die nachfolgenden Generationen dieser alten Agrarierklasse, die in Preußen Staat und Armee verkörpert hatten, sollten nicht die alten Höfe und Gutsbetriebe zurückerhalten.

Ihnen wurden von beiden Seiten unterstellt, als neue Generation von Rechtsanwälten, Wirtschaftsmanagern oder Finanzberatern, nicht nur eine erfolgreiche Landwirtschaft zu betreiben. Sie hätten auch an die „preußische Tradition“ von Disziplin und Fleiß angeknüpft.

Deshalb das Märchen vor Gorbatschows Bedingung
Ihnen wurde unterstellt, eine neue Klasse von Landbesitzern zu bilden, die den Konservatismus und mit ihm eine neue konservative Partei erheben könnte, die dann in Konkurrenz zur PDS und zur CDU/CSU stehen würde. Es wurde die Mär erfunden, dass Gorbatschow und die sowjetischen Diplomaten die Errungenschaften der „Bodenreform“ von 1945 nicht angetastet sehen wollten.

Sie kassieren bei der EU ab
Das Land, die Volksgüter (VEG) und landwirtschaftliche Großbetriebe (LPG) erhielten SED-Parteifunktionäre, Landwirtschaftsexperten der Partei, Offiziere von MfS und HVA zur Bewirtschaftung. Hatten die Güter der Junker und Großgrundbesitzer einen Umfang zwischen 300 und 1000 Hektar, so erreichen die neuen „Gesellschaften“ (Rote Barone) eine Größe zwischen 3000 und 10 000 Hektar. Sie betreiben eine hochtechnisierte Monakultur. Die landwirtschaftlichen Arbeiter wurden weitgehend entlassen. Riesentraktoren ernten Getreide, Raps, Sonnenblumen, Flachs und Industriesaaten. Große Flächen, ca. 8% der LN bleiben brach liegen; werden „still gelegt“. Die „Alt-Genossen“ erhalten als „Prämien“ Riesensummen, zig Millionen Euro, aus Brüssel und spekulieren mit diesen Summen auf den Börsen der Welt. Sie zahlen allerdings auch ihren „Zehnten“ an die Partei. Über Anwaltsbüros werden diese Gelder abgerechnet und „gewaschen“ bzw. als „Spenden“ anerkannt. Diese Anwälte achten darauf, dass die Wirtschaftsform der GmbH eingehalten wird und die richtigen Förderanträge gestellt werden. Das Juraexsamen aus „Babelsberg“ wurde längst durch westliche Kenntnisse aufgebessert. Aber die ehemaligen Geheimdienstleute stehen dafür, dass die Hintergründe der landwirtschaftlichen Produktion und der Eigentumsformen in den östlichen Ländern und der Anteil der Linkspartei an diesem Geschäft nicht aufgedeckt werden.

Agrarier längst Teil des westlichen Machtkartells
Im Osten zerfallen heute die Dörfer, die kleinen und mittleren Städte. Die Bewohner verlassen verbittert das Land. Die neuen Großagrarier lassen die bäuerliche und städtische Tradition verrotten. Im amerikanischen Stil leben sie in neureichen Bungalows und durchwühlen mit ihren Luxuslimousinen oder Jeeps den märkischen oder mecklenburgischen Sand. Sie stellen das Garantiekapital für die Linkspartei und sind zugleich Beleg dafür, dass dieser Partei die Sozialinteressen der Arbeiter und Bauern egal sind. Die Linkspartei hat dadurch Anteil an der Verschuldung und der Zerstörung einer einst wohlhabenden Gesellschaft. Sie demonstriert zugleich, dass sie Bestandteil ist des wesentlichen Machtsystems.

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