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Saubere Verbrennung in neuen Getreidekesseln
TLL und IE Leipzig untersuchen Emissionen bei der Verbrennung von Getreide- und Strohpellets
Pressemitteilung vom 19.01.2006


Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft (TLL) hat zusammen mit dem Institut für Energetik und Umwelt Leipzig (IE) das Emissionsverhalten neuer Kessel bei der Verbrennung von Getreide und anderen Biobrennstoffen untersucht. Finanziell unterstützt wurden die Forschungsinstitute dabei von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), die Projektträger des Bundeslandwirtschaftsministeriums ist. Die gewonnenen, vielversprechenden Daten sollen dazu dienen, die Rechtsgrundlagen zum Einsatz der Biobrennstoffe zu verbessern.

Noch sind die Rahmenbedingungen für den im Vergleich zu Holz noch wenig genutzten Brennstoff Getreide nicht die Besten: Getreide gilt für kleine Kessel bis 100 kW Feuerungswärmeleistung im Gegensatz zu Holz und Stroh nicht als Regelbrennstoff. Das bedeutet, dass es in diesen Anlagen nicht verbrannt werden darf, es sei denn, der Betreiber erhält eine Ausnahmegenehmigung, für die bislang erst in wenigen Bundesländern Regelungen existieren. Der Grund für die strengere Behandlung liegt in den Verbrennungseigenschaften von Weizen und Co.: Bei herkömmlicher Anlagentechnik können erhöhte Kohlenmonoxid- und Staubkonzentrationen auftreten, zudem besteht aufgrund des niedrigen Ascherweichungspunktes die Möglichkeit der Verschlackung von Kessel und Wärmetauschern.

Generell nimmt das wirtschaftliche Interesse der Landwirte zu, Getreide energetisch zu nutzen. Dabei spielen die steigenden Energiekosten, die niedrigen Getreide-Preise sowie die rechtlichen Hintergründe eine Rolle. Die TA Siedlungsabfall verbietet seit 2005 eine Deponierung von Abfall-Getreide und die EU-Verordnungen RL 2002/32/EG und RL 2005/38EG untersagen die Verfütterung von mit Schimmelpilzen belastetem Getreide.

Anbauseitig hat die EU die Möglichkeiten zur energetischen Nutzung von Getreide und Raps bereits geschaffen, beide dürfen auf Stilllegungsflächen für den Nichtnahrungsbereich produziert werden. Doch so lange die emissions- und genehmigungsrechtlichen Hürden existieren und am Markt noch keine ausgereiften technischen Lösungen zur Getreideverbrennung vorhanden sind, steht der Durchbruch für den Biobrennstoff noch aus.

TLL und IE wollten nun mit der Bereitstellung wissenschaftlicher Fakten zur Klärung in diesem Bereich beitragen. Ziel des von 2003 bis 2005 durchgeführten Forschungsprojektes war es, festzustellen, ob vorhandene und neu entwickelte, auf die schwierigen pflanzlichen Brennstoffe optimierte Heizkessel in der Lage sind, geforderte Grenzwerte einzuhalten. Dazu wurden Kessel mit einer Leistung bis 100 kW Feuerungswärmeleistung mit Weizen-, Roggen-, Gerste-, Hafer-, Triticale- und Rapskörnern befeuert und die dabei entstehenden Emissionen gemessen. Zusätzlich wurden auch Pellets aus Stroh und Ganzpflanzengetreide untersucht.

Die Ergebnisse zeigen, dass einige Kessel die Grenzwerte der 1. BImSchV einhalten können und die modernste Anlagentechnik bei Kohlenmonoxid und Staub sogar im Bereich der deutlich strengeren TA-Luft-Grenzwerte liegt.

Das Fazit der Forscher lautete: Zwar sind noch weitergehende Forschungsaktivitäten nötig, doch die Emissionen von Getreide in Kleinfeuerungsanlagen sind aufgrund der bereits vorliegenden Ergebnisse durchaus mit denen von Brennstoffen wie zum Beispiel Holz vergleichbar.

Weitere benötigte Daten können im kommenden Jahr zehn laufende Forschungsprojekte liefern, die im Rahmen des FNR-Förderschwerpunktes "Energetische Nutzung fester Energieträger außer Holz" bewilligt wurden. In den Projekten werden bereits auf dem Markt befindliche kleine und mittlere Anlagen mit einer Leistung von 20 kW bis zu einem MW in Feldtests auf ihr Langzeitverhalten und ihre Emissionen hin untersucht. Entwickelt und erprobt werden zudem neuartige Verbrennungstechniken und Sekundärmaßnahmen wie zum Beispiel Filter, um die Emissionen weiter zu senken.

Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V.

Hamburger Abendblatt
Pflanzen ersetzen Erdgas
Zehn Prozent des heutigen Erdgasbedarfs in Deutschland könnte bis 2030 aus Pflanzen gewonnen werden, so eine Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums, zweier bayerischer Ministerien, des Bauernverbandes und der Gas- und Wasserbranche (www.gwb.de). Damit könne die Landwirtschaft einen beachtlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten, so Bauern-Präsident Gerd Sonnleitner. Besonders Mais und Roggen sollen sich für die Produktion von Biogas eignen. Der Haken: Die Kosten für Biogas sind noch etwa dreimal so hoch wie die Importpreise für Erdgas.

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