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Energie vom Acker
Umweltminister Tillich für energetische Nutzung von Getreide
Pressemitteilung vom 19.01.2006


Umwelt- und Landwirtschaftsminister Stanislaw Tillich hat sich heute (Montag, 16. Januar) auf der Grünen Woche in Berlin für die energetische Nutzung von Getreide ausgesprochen. Bezugnehmend auf die aktuelle Debatte zum künftigen Energiemix in Deutschland sagte Tillich, „Alternativen zur Strom- und Wärmegewinnung aus Öl und Gas müssen stärker als bisher genutzt werden“. Sachsen räumt dabei der Biomasse einen Platz „ganz weit vorn ein“. Wie Tillich betonte, habe Biomasse sogar das Potenzial, sich zum Schrittmacher der Energiewende zu entwickeln. Bisher wurden dabei vor allem Holz, Pflanzenöl, Gülle sowie verschiedene Energiepflanzen in Strom und Wärme verwandelt. Aber auch Getreide verfüge über ein hohes energetisches Potenzial, so Tillich. Deshalb könnte auch künftig minderwertiges oder von Krankheiten befallenes Getreide als Energielieferant dienen. Der Minister kündigte an, dass Sachsen sich für die dafür erforderliche Öffnung des Bundesimmissionsschutzgesetzes stark machen werde.

Derzeit muss unverkäufliches Getreide noch kompostiert oder in Müllverbrennungsanlagen für viel Geld vernichtet werden, da Körner als Brennstoff noch nicht zugelassen sind. Erst wenn Getreide als Regelbrennstoff anerkannt ist, kann dieses in kleinen und mittleren Anlagen zur Wärmegewinnung genutzt werden. „Die energetische Nutzung von Getreide ist eine sinnvolle Einkommensergänzung für die Landwirte“, so der Minister. Der weltweiten Nahrungskette werde durch die thermische Nutzung kein Getreide entzogen.

Wie Tillich sagte, stehe man mit der thermischen Nutzung von Getreide noch am Anfang. Ziel sei, in einem ersten Schritt die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Industrie effiziente Anlagen entwickeln bzw. vorhandene Technologien optimieren kann. Die Aufnahme von Getreide als Regelbrennstoff solle laut Tillich mit festgelegten Abgasgrenzwerten verbunden werden, jedoch dürfe Getreide gegenüber anderen Brennstoffen nicht benachteiligt sein.

Derzeit gibt es in Sachsen 210 Anlagen, in denen feste oder flüssige Biomasse (überwiegend Holz und Pflanzenöl) zur Wärme- und Energiegewinnung genutzt wird. Die Verstromung fester Biomasse hat sich gegenüber 2003 mehr als verdoppelt. Darüberhinaus speisen 54 Biogasanlagen Strom und teilweise auch Wärme in öffentliche und private Versorgungsnetze ein. Allein mit dem in der Landwirtschaft zur Verfügung stehenden Potenzial könnten 640 Biogasanlagen betrieben werden. Der Anteil erneuerbarer Energien am Elektroenergieverbrauch liegt in Sachsen derzeit bei ca. 9,1 Prozent. Biomasse hat dabei einen Anteil von knapp einem Viertel (22 Prozent).

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