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Biogasanlagen sind nur im Osten wirtschaftlich zu betreiben
LPG-Anlagen mit großem Tierbestand gegenüber Wiedereinrichtern im Vorteil
Hauptfaktor für die Produktionskosten ist der Preis für das Biomasse-Rohmaterial
Pressemitteilung vom 19.01.2006


Eine bisher unveröffentlichte Studie des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt, Energie sowie des Fraunhofer Instituts "Umsicht" in Oberhausen gibt Grund zu Optimismus: Die Nutzung von Biogas als Energiequelle weitet sich aus und kann einen erheblichen Anteil zum Energiemix der Zukunft beitragen.
Ende 2005 produzierten bereits 2600 Biogasanlagen Strom und Wärme. Fast 800 neue Anlagen sind im Lauf des letzten Jahres hinzugekommen. Die Nutzung von Biomasse senkt nicht nur die Emissionen von Treibhausgasen, sondern könnte auch die Abhängigkeit von Energieimporten in Schranken halten. Derzeit stammen rund 16 Prozent des in Deutschland verbrauchten Erdgases aus heimischer Förderung. Doch schon in den nächsten Jahren wird sich die Fördermenge deutlich verringern. Gas aus Biomasse könnte diese Lücke schließen.

800.000 Hektar Raps für die Biodieselproduktion
Zur Zeit werden in Deutschland auf 1,6 Millionen Hektar nachwachsende Rohstoffe angebaut. Davon entfallen 0,8 Millionen Hektar auf den Anbau von Raps für die Biodieselproduktion. Die Biogasproduktion aus nachwachsenden Rohstoffen könnte von derzeit 61 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr auf mindestens 100 Milliarden Kilowattstunden im Jahr 2030 ansteigen, so die Studie. Das entspräche dann rund zehn Prozent des heutigen Erdgasabsatzes in Deutschland. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, Biomasse in Energie umzuwandeln. Holz kann zum Beispiel in einem Kraftwerk zur Wärmegewinnung verbrannt werden, Mais könnte in einer Biogasanlage vergoren und dann zu Strom und Wärme umgewandelt werden oder zu einem Synthesegas weiterverarbeitet werden.

Biogas in Erdgasnetz einspeisen
Für den weiteren Ausbau der Biogaserzeugung ist auch die Frage wichtig, ob es gelingt, das Gas so aufzubereiten, daß es ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Technisch ist das möglich, weil Biogas bereits einen hohen Methangehalt aufweist. Lohnenswert ist das allerdings nur bei größeren Biogasanlagen. Selbst in dünnbesiedelten Gebieten wie Mecklenburg-Vorpommern ist das Erdgasleitungsnetz jedoch so gut ausgebaut, daß von jedem Punkt aus mit maximal 20 Kilometer Abstand eine Einspeisung möglich ist.
Eine andere Option ist die Vergasung fester Biomasse. Bei Temperaturen von bis zu 900 Grad wird ein Synthesegas erzeugt, das Erdgas ähnlich ist.

Biogas aus der Vergärung von Gülle mit 5 Cent pro Kilowattstunde am günstigsten
Die Produktion von Biogas aus der Vergärung von Gülle ist mit rund fünf Cent pro Kilowattstunde am günstigsten. Eine solche Biogasanlage ist allerdings auf einen großen Tierbestand angewiesen, wie er nur in früheren LPG-Anlagen in Ostdeutschland zu finden ist.
LPG-Anlagen mit großem Tierbestand sind gegenüber Wiedereinrichtern auch hier im Vorteil. Die Kosten für die Biogaserzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen liegen um etwa 2,5 Cent höher.

Für eine 500-Kilowatt-Anlage sind etwa 250 Hektar Mais erforderlich
Neue Möglichkeiten - auch mit Blick auf den Klimaschutz - bietet Biogas als Kraftstoff. Bei weiter steigenden Rohölpreisen und anhaltender Steuerbefreiung könnte Biodiesel die Konkurrenz zu konventionellen Kraftstoffen bestehen, so die Studie. Für eine künftige Biokraftstoffstrategie ist besonders relevant, welche Energiepflanzen die höchsten Erträge liefern, zur Zeit ist Mais darin ungeschlagen. "Für eine 500-Kilowatt-Anlage sind etwa 250 Hektar Mais erforderlich", erklärt Udo Jacobs von der Fachinformationsstelle Bioenergie Niedersachsen. "Biogasspezifische" Fruchtfolgen mit Getreide oder der Mischanbau beispielsweise mit Sonnenblumen müssen noch optimiert werden. Im Vergleich zur Verstromung im Blockheizkraftwerk treten bei der Kraftstoff-Option geringere Umwandlungsverluste auf.

Quelle: Fraunhofer Institut

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