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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
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    09526 Dittmansdorf
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Lagerung von Getreide brachte kaum Geld
Absatzmöglichkeiten sind sehr begrenzt

Pressemitteilung vom 14.01.2005


Die Getreideernte 2004 führte hierzulande sowie EU-weit zu einem sehr großen Angebot. Die Folge waren Verkaufs- und Preisdruck. Für alle Getreidearten gingen die Preise drastisch zurück. Aufgrund der insgesamt unbefriedigenden Erlössituation sowie begrenzter Absatzmöglichkeiten flossen bereits umfangreiche Mengen Gerste und Weizen in die Intervention.
Trotz der sehr großen Getreideernte 2004 haben die Landwirte bisher kaum mehr verdienst als im Vorjahr. Gründe dafür liegen unter anderem in erheblich niedrigeren Erzeugerpreisen sowie weitaus höheren finanziellen Aufwendungen ( z.B. für Betriebsmittel). Auch die Lagerung der meisten Getreidearten hat sich bisher kaum gelohnt. Häufig konnten die dafür anfallenden Kosten nicht einmal gedeckt werden.

Brotweizenpreise weiterhin schwach
Die Preise für Weizen haben sich, mit Ausnahme von Eliteweizen, im ersten Wirtschaftshalbjahr kaum entwickelt. Der Markt bot dafür auch wenig Spielraum. Die Mühlen hatten sich in der Ernte gut mit Rohstoff eingedeckt und verhielten sich seither wesentlich zurückhaltender als in anderen Jahren. Somit waren die Absatzmöglichkeiten auf dem heimischen Markt in den vergangenen Wochen äußerst begrenzt. Marktunterstützung brachte zwar – vor allem im ersten Quartal des Wirtschaftsjahres – der Export (ohne Erstattungen) in wichtige traditionelle EU-Empfangsländer sowie Länder Nordafrikas. Möglichkeiten einer durchgreifenden Marktentlastung sind nach einhelliger Meinung jedoch ausschließlich in umfangreichen Drittlandexporten zu sehen. Neben der Preisdifferenz zwischen EU- und Weltmarkt sind jedoch die anhaltende Dollarschwäche und hohe Transportkosten nur durch Erstattungen auszugleichen. Diese hat Brüssel für Weizen jedoch bislang nicht gewährt.
Der Erzeugerpreis für Standard-B-Weizen, der sich maßgeblich am Interventionspreis orientiert, war im ersten Wirtschaftshalbjahr um etwa 2 EUR/t angestiegen. Im August lag der Bundesdurchschnitt bei 91,80 EUR/t, im Dezember bei 93,80 EUR/t. Dass sich die Lagerung bisher kaum ausgezahlt hat, spiegelt sich ganz besonders auf der Großhandlesebene wider. Der franko-Preis hat sich bis zum Jahresende vom Ernteniveau (ca. 104 EUR/t) kaum wegbewegt.
Diese unbefriedigende Entwicklung veranlasste viele Lagerhalter, der BLE umfangreiche Mengen für die Intervention anzubieten. Für Dezember meldete die BLE eine Kontraktmenge von insgesamt 255.307 t Weizen, wobei sich die regionale Verteilung nun keineswegs mehr so deutlich auf Ostdeutschland konzentriert. Die Andienungen holen in Nord- und Süddeutschland spürbar auf. Neue Aspekte hinsichtlich der Intervention liefern die Bemühungen der ungarischen Marktordnungsstelle ARDA, für Ware aus Ungarn in Norddeutschland Lagerraum zu nutzen.

Prämien für Qualitätsweizen
Etwas besser sah die Nachfrage- und Preisentwicklung im Qualitätsweizensegment aus. Für A- und E-Weizen werden in diesem Wirtschaftsjahr wieder deutlich Prämien gewährt. Partien mit besonders hohem Aufmischeffekt waren durchschnittlich gefragt und erzielten gegenüber Standardware erhebliche Aufgelder.

Quelle: ZMP

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