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VDL-Vorschlag für die Verwendung von Modulationsmitteln ab 2009 für investitive Maßnahmen bei Junglandwirten
Pressemitteilung vom 02.01.2009


Es gibt mehrere Gründe, die Junglandwirte in Sachsen bei der Verwendung von Modulationsmitteln besser zu berücksichtigen.

Bei der Ausgestaltung des ELER-Programms ist in Sachsen eine Junglandwirteförderung nicht vorgesehen. Es ist schon von daher von einem Bedarfsstau bei investiven Maßnahmen in der Gruppe der privaten Landwirte auszugehen. Die Angehörigen dieser Rechtsform stellen mit ca. 18.700 Beschäftigten (44 %) die größte Beschäftigungsgruppe im Vergleich aller Rechtsformen dar, mit allerdings nur 29 % Anteil an der landwirtschaftlichen Nutzfläche (Statistisches Landesamt Sachsen 2007). Investive Maßnahmen bei technischen Verbesserungen im Innen- und Außenbereich lassen einen produktiveren Einsatz dieser Beschäftigten erwarten.

Nach früheren Angaben des Statistischen Landesamtes sind ca. 70 % der Betriebsnachfolgen u.a. auch wegen mangelnder technischer Ausrüstung nicht geklärt. Der VDL schlägt daher vor, insbesondere wegen der wichtigen Beschäftigungsfunktion und der Bedeutung vieler dieser Betriebe für die Landschaftspflege (flächendeckende Landbewirtschaftung) ein landeseigenes Junglandwirteprogramm für Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe einzurichten. Da offenkundig einige Betriebsübergaben u.a. wegen mangelnder Investitionen in arbeitserleichternde rationelle Technik in der Innen- und Außenwirtschaft ein Hemmnis darstellen, sollte der Begriff „Junglandwirt“ mit 49 Jahren weit gefasst werden.

Wir schlagen daher vor, investive Maßnahmen in kleinerem Umfang wie auch größere Maßnahmen, die Sinn machen, mit sowohl Zuschüssen (30 %) und Zinsverbilligungen zu öffnen (4 %). Dies macht insbesondere auch deswegen Sinn, weil in Sachsen unsere Junglandwirte i.d.R. sehr gut ausgebildet sind, und so mit staatlicher Hilfe dem ländlichen Raum erhalten bleiben, anstatt abzuwandern. Eine damit auch gestützte bessere Besitz- und Eigentumsverteilung kommt dem ganzen Land zugute.

Auf diese Weise bleiben Modulationsmittel vor allem unseren Landwirtschaftsbetrieben erhalten. Dies ist auch keine Bevorteilung dieser zahlenmäßig bedeutenden Rechtsform, sondern allenfalls ein Nachholen unterbliebener Fördermöglichkeiten durch das ELER-Programm. Eine Förderung von Biogasanlagen ist an dieser Gruppe auch weitestgehend vorbeigegangen.

Dr. Manfred Probst
VDL-Vizepräsident

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