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Heizen mit Holz – aber mit Verstand
Pressemitteilung vom 04.01.2007


Heizen mit Holz ist wieder modern. Immer mehr Haushalte in Deutschland nutzen diesen traditionellen und natürlichen Brennstoff. Die Nachfrage nach Brennholz wächst rasant. Wissenschaftler der Universität Hamburg schätzen den jährlichen Verbrauch allein in privaten Haushalten auf rund 20 Millionen Kubikmeter.

Diese gewaltige Menge entspricht rund 5 Milliarden Liter Öl. Heizen mit Holz verläuft weitgehend CO2 (Kohlenstoffdioxid) neutral. Beim Holzwachstum im Wald wird etwa soviel CO2 gebunden wie bei der späteren Verbrennung frei gesetzt wird. Deswegen ist die behagliche Wärme aus Holz ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Der Ersatz von importiertem Gas und Öl durch Holz aus heimischen Wäldern fördert außerdem die Wirtschaftskraft insbesondere in ländlichen Räumen.

Heizen mit Holz ist zwar einfach, erfordert aber ein paar Regeln, damit der Vorteil für unsere Umwelt nicht ins Gegenteil verkehrt, unsere Gesundheit und der nachbarschaftliche Frieden nicht gefährdet werden. Wichtig ist vor allem, nur trockenes und abgelagertes Holz zu verbrennen. Frisch geschlagenes Holz sollte mindestens 2 Jahre trocken und gut durchlüftet gelagert werden. Feuchtes Holz brennt schlecht, erhöht den Brennstoffverbrauch, erzeugt gesundheitsschädliche Rückstände und belästigt die Nachbarn durch Gerüche. Das Mitverbrennen von behandeltem Holz (zum Beispiel mit Holzschutzmitteln oder Farben) und Abfällen jeglicher Art führt zu hohen Schadstoffemissionen und ist daher verboten. Vor der Anschaffung eines Ofens sollte man sich fachkundig beraten lassen und die 10 Regeln für saubere und energiesparende Verwendung von Holz beachten.

Viele Haushalte legen bei der Holzbeschaffung selbst Hand an. Dem einen geht es dabei um Geldsparen - dem anderen um eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Die privaten und öffentlichen Forstverwaltungen bieten eine ganze Reihe von mehr oder weniger arbeitsintensiven Alternativen an. Das Fällen der Bäume überlässt man besser ausgebildeten Fachkräften. Aber bei allen Arbeiten danach, angefangen beim Entasten, Kleinschneiden, Transportieren und Hacken kann man selbst einsteigen und Geld sparen. Aber auch dafür sind gute Kenntnisse, insbesondere der Umgang mit der Motorsäge, notwendig. Viele Forstämter bieten dafür spezielle Schulungen an, in denen die wichtigsten Kenntnisse und Verhaltensregeln von Fachleuten vermittelt werden. Beim Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (www.kwf-online.de) in Groß Umstadt ist zudem ein Faltblatt mit Informationen für den fachgerechten Umgang mit der Motorsäge zur Vermeidung von Unfallgefahren erhältlich. Für den, der es bequemer mag, gibt es natürlich auch eine Vielzahl pro fessioneller Holzlieferanten, die Scheitholz gehackt und getrocknet vor die Haustür liefern.

Holz als Brennmaterial ist eine sinnvolle Alternative auch für den Privathaushalt mit vielen Vorteilen. Die Verwendung von Holz dient der Umwelt und hilft, Energiekosten zu senken. Voraussetzung dafür ist aber ein sachkundiger und verantwortungsvoller Umgang mit diesem nachhaltig zur Verfügung stehenden Brennstoff.

10 Tipps vom Schornsteinfeger für saubere Energie aus Holz
1. Zum Verbrennen ausschließlich naturbelassenes lufttrockenes Holz mit anhaftender Rinde benutzen (Restfeuchte maximal 15-20 %). Nur so wird eine schadstoffarme Feuerung und optimale Energieausbeute erreicht. Zugelassen sind auch Presslinge aus Holzspänen oder Sägemehl ohne Bindemittel, die durch die Verdichtung beim Pressen einen ähnlichen Heizwert aufweisen wie Braunkohlebriketts. Beim Kauf ofenfertigen Brennholzes sollte man sich den Feuchtegehalt bestätigen lassen bzw. messen.

2. Abfälle, auch Briketts aus Altpapier, sind tabu. Sie belasten die Umwelt und zu allererst die Luft der eigenen Innenräume. Bei beschichteten, lackierten oder verleimten Hölzern und Spanplatten können unter ungünstigen Umständen bei der Verbrennung sogar Dioxine entstehen.

3. Zum Anfeuern möglichst dünne Hölzer zeltartig aufschichten und mit wenig Zeitung bzw. fertigen Holzanzündern entflammen. Härtere und dichtere Hölzer haben eine höhere Zündtemperatur als Weichhölzer, daher sollten Nadelhölzer zum Anfeuern verwendet werden. Niemals Benzin, Spiritus oder Ähnliches verwenden - Explosionsgefahr!

4. Beim Heizen die Bedienungsanleitung beachten. Holz sollte mit möglichst heißer Brennkammer mit stets ausreichender Luftzufuhr verbrannt werden. Zu wenig Sauerstoff verschlechtert die Verbrennungsqualität, Luftüberschuss schickt zu viel Wärme durch den Schornstein.
Der Zustand der Sichtscheiben ist ein wichtiger Indikator für die Verbrennungsqualität. Rußschwarzer Belag und braunes Kondensat deuten auf zu geringe Verbrennungstemperatur bzw. zu feuchtes Holz hin! Sichtbarer, dunkler Rauch aus dem Schornstein zeigt die gleichen Ursachen. Sind die Sichtscheiben allenfalls wenig verrußt, die Schamottverkleidung im Ofen hell gefärbt und die Holzasche fein, weiß und sehr leicht, ist die Verbrennung in Ordnung.

5. Auch zu wenig Holz in der Brennkammer lässt deren Innentemperatur und damit die Verbrennungsqualität sinken. Optimale Verbrennung wird bei voller Auslastung erreicht, dies bedeutet jedoch nicht, den Ofen randvoll zu füllen! Wer einen Ofen mit Backfach besitzt, kann dort ein Backfachthermometer (kein anderes) verwenden und damit recht gut die Temperaturverläufe und damit die Güte des Holzbrandes überwachen.

6. Niemals sollte man dem Ofen die Luftzufuhr vorzeitig abdrehen, etwa vor dem Schlafengehen, um die Glut länger zu halten. Das erzielt eine rapide Verschlechterung der Verbrennung und mehr Aufwand fürs Putzen! Dasselbe gilt für Hausmittel, wie das Einwickeln von Briketts mit feuchter Zeitung, was nichts anderes erzeugt als einen unappetitlichen und ungesunden Schwelbrand.

7. Wenn die Holzfüllung vollständig durchgebrannt ist, sollte die Luftklappe geschlossen werden, um Wärmeverluste durch den Naturzug des Schornsteins und ein zu rasches Auskühlen der heißen Brennkammer zu vermeiden.

8. Den Ofen sollte man stets innen und außen sauber halten. Eine Innenreinigung der Züge ist nach Anweisung des Herstellers, mindestens jedoch einmal jährlich durchzuführen. Ruß behindert die Wärmeabgabe und damit sinkt der Wirkungsgrad zum Teil um mehr als 10 % ab.

Bei Grundöfen könnten sich die Züge mit Ruß zusetzen und das kann unter Umständen einen Ofenbrand auslösen. Das Sauberhalten der Außenflächen verhindert das Verschwelen von Staub und das Einbrennen von Schmutzteilchen in eine eventuell vorhandene Emaillierung.

9. Ein luftiger, vor Regen geschützter Lagerplatz, der gut besonnt ist, sorgt für optimale Trocknung des Brennholzes. Kellerräume oder schlecht belüftete Garagen sind ebenso wenig geeignet wie eine “Verpackung” des Holzes in Plastikfolie. Das Holz sollte noch vor dem Einlagern ofenfertig gesägt und gespalten werden (ca. 10 cm Durchmesser), so trocknet es am schnellsten. Die anschließende Lagerzeit dauert 1,5-3 Jahre. Dabei trocknen Nadelhölzer am schnellsten, Eiche am langsamsten. Günstig ist es auch, das Brennholz vor dem Verfeuern in der am Ofen vorgesehenen Lagernische vorzutrocknen.

10. Bei allen Arbeiten am und mit dem Brennholz die eigene körperliche Leistungsfähigkeit und das “technische Know-how” beachten. Im Interesse der eigenen Sicherheit stets ausgeruht und voll konzentriert vorgehen. Nie ohne entsprechende Schutzausrüstung arbeiten.

Quelle: aid, „Energie aus Holz“, S. 54/55, Bestell-Nr. 1379

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