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Alter Baum Gefahrenquelle
URTEIL: Eigentümer haftet auch ohne Verschulden für Schäden
Pressemitteilung vom 09.01.2003


Fällt bei Sturm ein Baum auf ein Nachbargrundstück, kann der Eigentümer des Baumes dem Nachbarn auch dann zum Ausgleich des Schadens verpflichtet sein, wenn ihn an dem Vorfall keine Schuld trifft, informiert der Anwalt-Suchservice und verweist auf ein neues Urteil des OLG Düsseldorf. Bisher mussten Eigentümer für umstürzende Bäume nach Meinung der meisten Gerichte nur dann haften, wenn ihnen ein Verschulden nachzuweisen war. Insbesondere, wenn sie Überwachungspflichten vernachlässigten oder es versäumten, erkennbar kranke und nicht mehr standsichere Bäume zu entfernen.
In dem von den Düsseldorfer Richtern entschiedenen Fall war bei Sturmstärke sieben bis acht eine alte Silberweide abgebrochen. Die Krone des Baumes fiel auf das Nachbargrundstück und beschädigte ein Gebäude. Später verlangte der Nachbar vom Eigentümer der Weide Ausgleich des Schadens in Höhe von 7500 Euro und bekam vor Gericht Recht (Aktenzeichen: 4 U 73/01).
Werde ein Baum in Folge des natürlichen Alterungsprozesses zur Gefahr, auf die der Eigentümer hätte Einfluss nehmen können, so müsse er im Falle eines Schadens haften. Mit dem Umstürzen verwirkliche sich dann kein allgemeines Risiko, das willkürlich jedermann treffen könne, sondern ein im Grundstück selbst angelegtes Gefahrenpotenzial (Der „Zahn der Zeit“). Dies falle in den Verantwortungsbereich des Eigentümers. Im zu entscheidenden Fall, so die Richter, sei die Weide nicht bei einem Orkan, sondern bei Windstärke sieben bis acht abgebrochen. Dies sei nur passiert, weil sie überaltert gewesen sei und deshalb keine Widerstandskraft mehr gehabt habe. Eine junger gesunder Baum hätte einem Sturm dieser Stärke standgehalten. Der Baumeigentümer, so das Urteil, müsse zahlen.

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