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    Bundesverband
    Deutscher Landwirte e.V.
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    09526 Dittmansdorf
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In der Bauernzeitung nicht veröffentlichter Leserbrief
Dr. Jahr hat Umwandlungsprotokoll in seinem stillen Kämmerlein, am Schreibtisch erfunden, so Rechtsbeistand Dr.Werner Kuchs an BZ-Chefredakteur Ralf Stephan zu einer Meldung der Bauernzeitung
Pressemitteilung vom 09.01.2003


Sehr geehrter Herr Stephan,

mit Interesse und einigem Entsetzen habe ich in dem Beitrag „Nur 18 Agrarier im Bundestag“ gelesen, dass Dr. Peter Jahr die Interessen der Ostlandwirtschaft in der CDU-Oppositionsfraktion/Agrarausschuss vertreten soll.
Herr Dr. Peter Jahr war ab Anfang 1990 Vorsitzender einer LPG-Tierproduktion bei Chemnitz in Taura-Moosdorf. Er hat keine korrekte, dem Gesetz entsprechende Umwandlung durchgeführt, er hat keine dem Gesetz entsprechende Vermögensauseinandersetzung durchgeführt, er hat neben den beiden von ihm begründeten Unternehmen privat eine GbR gegründet, die neuen „LPG-Nachfolgeunternehmen“ wieder im Register löschen lassen bzw. selbst liquidiert und, als schließlich nichts mehr ging, 1999 die Gesamtvollstreckung angemeldet.
Beim Landwirtschaftsgericht wurde durch Gutachten bestätigt, dass die Buchführung bis zur Umwandlungsbilanz nur beschränkt nachvollziehbar war. Im Verfahren beim Landwirtschaftsgericht hat er, zu mindestens zum Teil, für „seine LPG“ Nachzahlungen leisten müssen. Zwar hat die Staatsanwaltschaft trotz einiger Bemühungen keine Straftat festgestellt, vor allem aber wohl deshalb, weil keine zureichenden, tatsächlichen Anhaltspunkte für eine Straftat festgestellt werden konnten und fahrlässiges Handeln nach § 147 Genossenschaftsgesetz nicht strafbar ist – so die Staatsanwaltschaft.
Die privaten Bauern in Sachsen und insbesondere in der dortigen LPG-Region bei Chemnitz wissen jedoch sehr wohl, was sie von einem Politiker zu halten haben, der Monate nach der Umwandlungsversammlung vom Dezember 1991 in 1992 ein zweites Umwandlungsprotokoll in seinem stillen Kämmerlein, am Schreibtisch erfindet und damit dann doch noch die Eintragung ins Register erreicht, nach dem das Registergericht aufgrund des ersten eigentlichen Umwandlungsversammlungsprotokolls die Eintragung abgelehnt hatte.
Dass im Rahmen der Liquidation Wirtschaftsgüter auch von seiner privaten GbR übernommen wurden, ist den privaten Bauern nicht entgangen. Nicht wenige von ihnen fühlen sich nach wie vor, um einen Teil ihrer Vermögensansprüche geprellt. Das Vertrauen in einen solchen Unionspolitiker, der dann auch noch ihre Interessen im Bundestag und im Agrarausschuss vertreten soll, tendiert gegen Null – arme ostdeutsche Landwirtschaft – armes Deutschland!
Zu Ihrer Information füge ich in der Anlage einige Unterlagen als Beweis bei.
Ich wäre ihnen dankbar, wenn Sie in Ihrer nächsten Ausgabe diesen Leserbrief abdrucken könnten. (...)

Dr. Werner Kuchs
Rechtsbeistand

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